Gedenkfeiern für die Opfer des KZ Mauthausen mit Strasser und Morak
- Innenminister eröffnete Besucherzentrum in Gusen
- Staatssekretär bei Gedenken im Schloss Hartheim
Die Gedenkfeiern für die Opfer des Konzentrationslagers in Mauthausen und seinen Nebenlagern haben am Samstag begonnen. Am Vormittag nahm Kunststaatssekretär Morak an einer Gedenkfeier im Schloss Hartheim teil, wo der Opfer der NS-Euthanasie gedacht wurde. Innenminister Strasser eröffnete am Nachmittag ein Besucherzentrum in Gusen, das zu den Nebenlagern von Mauthausen gehörte.
Das aus der Zeit um 1600 stammende Schloss Hartheim nahe Eferding war von den Nazis zu einem Zentrum der Tötung von "unwertem Leben" gemacht worden, in der Folge wurden in den Jahren 1940 bis 1944 in Hartheim rund 30.000 körperlich und geistig behinderte, aber auch psychisch kranke Menschen sowie nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge der Konzentrationslager ermordet.
Ort des Grauens
Morak stellte fest, das Schloss sei zu einem Ort des Grauens geworden durch den als Wissenschaft getarnten Rassenwahn im Verein mit dem nationalsozialistischen Terror. Die Sprache des Dritten Reiches sei eine Sprache der Lüge gewesen, um dem organisierten Massenmord eine "glatte Selbstverständlichkeit" zu geben.
Innenminister Strasser betonte in seiner Ansprache zur Eröffnung des Besucherzentrums in Gusen die Pflicht, das Vermächtnis der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen zu übernehmen: Ihr Bemühen um das Erinnern weiterzuführen, ihr Bemühen um Aufklärung und um die Vermittlung demokratischer Grundwerte. Aus diesem Grund habe er nach seinem Amtsantritt als zuständiger Bundesminister eine Initiative zur Reform der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ins Leben gerufen.
Nebenlager von Mauthausen
Das Konzentrationslager Gusen wurde am 25. Mai 1940 gegründet. Es war das erste Nebenlager des fünf Kilometer entfernt gelegenen Konzentrationslagers Mauthausen. Die Nazis internierten in Gusen rund 60.000 - vornehmlich aus Polen deportierte - Häftlinge und beuteten sie in den Gusener Steinbrüchen und den später geschaffenen Produktionsstätten der Rüstungsindustrie aus. Rund die Hälfte von ihnen überlebte nicht.
Am Sonntag findet die große internationale Gedenkfeier aus Anlass der Befreiung der Häftlinge von Mauthausen in der dortigen Gedenkstätte statt. (apa)
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