Gedenken an den 8. Mai: Rund 350 Burschenschafter bei "Heldenehrung"
- Insgesamt 400 Gegendemonstranten
- 700 Polizisten im Einsatz
Ohne Zwischenfälle ist Samstagabend in der Wiener Innenstadt die so genannte "Heldenehrung" national-freiheitlicher Burschenschafter anlässlich des 59. Jahrestages der Kapitulation Hitler-Deutschlands verlaufen. 250 bis 350 Burschenschafter beteiligten sich am Fackelzug zur Krypta am Heldenplatz, der von 700 Polizisten abgeriegelt worden war. Vor dem Burgtor auf der Ringstraße versammelten sich rund 400 Gegendemonstranten, die lautstark mit Parolen wie "Nieder mit den Nazis" protestierten.
Die "Totenrede" hielt heuer der neue Wiener FPÖ-Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Er kritisierte den Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) und die Stadtregierung, die mit der Aberkennung des Ehrengrabes des Kampffliegers Walter Nowotny die "Schieflage der derzeitigen Geschichtsauffassung" gezeigt habe. Wenn Häupl die Gedenkveranstaltung vor zwei Jahren als rechtsextrem bezeichnet habe, dann müsse sich der ehemalige Burschenschafter Häupl fragen, "ob er nicht sich selbst als ehemaligen Rechtsextremen definiert", so Strache.
Im Anschluss an die "Totenrede" sangen die Burschenschafter gemeinsam das "Lied vom guten Kameraden". Dann folgte eine Kranzsegnung durch Militärerzdekan Alfred Sammer. Gegen 21.30 Uhr löste sich die Veranstaltung auf, zwei Dutzend Burschenschafter mit Uniform und Degen wurden von der Polizei zu einem Reisebus am Ballhausplatz gelotst. Die anderen Kundgebungsteilnehmer verließen den Heldenplatz Richtung Innenstadt.
Die Gegendemonstration wurde von der "Antifaschistischen Linken" organisiert. Die genehmigte Kundgebung verlief weitgehend friedlich. Spruchchöre wie "Lieber ein Abszess am After als ein deutscher Burschenschafter" waren zu hören, einige bengalische Feuer wurden angezündet. Nach dem Ende der Veranstaltung der Burschenschafter zogen auch die Demonstranten ab.
Kritisiert wurde die "Heldenehrung" der Burschenschafter bereits im Vorfeld auch vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Mit dieser Veranstaltung werde "implizit der nationalsozialistische Heldenkult fortgeschrieben". (APA/red)
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