Freitag, 7. Mai 2004

Fünf Jahre auf Raubzug: Serien- einbrecher jetzt in Salzburg geschnappt

  • Bosnisches Brüderpaar von DNA-Proben überführt
  • Schmuck, Uhren, Kameras: Von Beute fehlt jede Spur

Fünf Jahre lang hat die Exekutive zusehen müssen, wie offenbar immer dasselbe Einbrecher-Duo zahlreiche Foto- und Juweliergeschäfte in Österreich leer geräumt haben. Auf Grund von DNA-Proben konnten einem beschäftigungslosen Brüderpaar aus Bosnien insgesamt 42 Einbrüche mit einem Gesamtschaden von zwei Millionen Euro nachgewiesen werden, teilte am Freitag die Salzburger Gendarmerie mit.

Die Bosnier, die sich in Österreich illegal aufhielten und bisher jeden Zusammenhang mit den Einbrüchen bestreiten, gingen immer mit der selben Methode vor. Mit einem hydraulischen Wagenheber brachen sie die Türen der Geschäfter auf, deckten die Alarmanlagen mit Textilien ab oder spritzten sie mit PU-Schaum zu. Dennoch traf am 6. April aus einem Fotogeschäft in Bischofshofen (Pongau) ein stiller Alarm bei der Bezirksleitstelle ein. Wenig später klickten beim mutmaßlichen Täter, einem 45-jährigen Bosnier, die Handschellen. Am 30. April wurde sein Bruder in dessen Wohnung in Oberalm (Tennengau) festgenommen.

Die professionellen Einbrecher hatten es vor allem auf Uhren, Schmuck und Digitalkameras abgesehen. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Die Salzburger Kriminalabteilung vermutet, dass es sich um Auftrags-Verbrechen handelt und das Diebsgut vermutlich in den Osten Europas verfrachtet wurde.

Der 45-jährige Bosnier hatte sich in mehrere Pensionen in Salzburg eingemietet. Er ist laut Gendarmerie eine Scheinehe mit einer Niederösterreicherin eingegangen. Sein Bruder, der in Oberalm wohnte, soll das Empfehlungsschreiben eines deutschen Großkonzerns gefälscht haben, um sich einen Aufenthaltstitel in Österreich zu erschleichen.

(apa)

7.5.2004 13:05