Donnerstag, 6. Mai 2004

Schon wieder: Misshandlungsverdacht in oberösterreichen Pflegeheimen!

  • Pfleger soll 95-jährige Frau geschlagen haben
  • Ermittlungen wurden eingeleitet

In Oberösterreich sind am Donnerstag zwei neue Fälle von angeblichen Misshandlungen in Pflegeheimen bekannt geworden. Soziallandesrat Josef Ackerl berichtete in der Sitzung des Landtages darüber. Erst kürzlich war einem Pfleger in einem Linzer Heim vorgeworfen worden, er habe mehrere Heimbewohner körperlich misshandelt. Diese Fälle werden noch von der Justiz untersucht.

Bei dem einen neu bekannt geworden Fall soll in einem Heim im Bezirk Vöcklabruck eine 95-jährige Frau von einem Pfleger geschlagen worden sein und danach eine blutende Wunde gehabt haben. Kollegen des Mitarbeiters haben ihn durch ihre Aussagen belastet, andere entlastet. Der Fall wurde bei der Gendarmerie angezeigt. Die Heimaufsicht des Landes hat eine Überprüfung eingeleitet. Das hat sie auch im zweiten Fall gemacht, der ein Heim im Bezirk Rohrbach betrifft. Über diesen liegt jedoch keine Anzeige bei der Gendarmerie vor.

Ackerl bedauerte, dass die Mittel für Heime rückläufig seien, weil Pflegegeld und Pensionen nicht mit den Kostensteigerungen Schritt halten würden. Das hätte auch Auswirkungen auf die Nachbesetzung der Dienstposten.

Er verwies darauf, dass es in Oberösterreich rund 11.500 Heimbewohner gebe, dieser Zahl stünden pro Jahr 100 bis 150 Beschwerden gegenüber. Das seien jetzt drei Mal mehr als früher. Dafür sei aber die erhöhte Sensibilisierung bei den Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern verantwortlich. Die meisten an die Heimaufsicht herangetragenen Beschwerden würden die Kosten und die Verpflegung betreffen.
(apa/red)

6.5.2004 15:48