Zur Eröffnung der Wiener Festwochen wird "Leben auf dem Seziertisch" gelegt
- Stars: Karl Merkatz, Genia Kühmeier & Co
- Von Jung bis Alt: Programm soll allen etwas bieten
Das Motto der Eröffnung der diesjährigen Wiener Festwochen "Endlich leben!" kann sowohl als inspirierender Ausruf der Freude als auch als Warnhinweis bezüglich der Vergänglichkeit desselben verstanden werden. Am Wiener Rathausplatz wird zu Beginn des Kulturspektakels "Das Leben auf den Seziertisch" gelegt.
Keine Starauftritts-Aneinanderreihung wie in den 1970er Jahren wird zu Beginn des Kulturspektakels geboten, sondern ein Programm, "das eine Gesichte erzählt wie ein Theaterstück, das versucht, Menschen zu verführen und entführen, und ihnen etwas mit nach Hause zu geben", so der Geschäftsführer der Festwochen Wolfgang Wais. Ausgangspunkt dabei: Der Tod. Von diesem Beginn am Ende wird in der multimedialen Inszenierung die Vergänglichkeit der wichtigsten emotionalen und lebensgeschichtlichen Zustände - Liebe, Ruhm, Reichtum, Schönheit usw. - geschildert. Bekannte Gesichter aus den verschiedensten Sparten stehen dabei auf der Bühne: Von Karl Merkatz über Sopranistin Genia Kühmeier, Jazzerin Anna Lauvergnac, DJ Matthias Schönauer alias Functionist bis zu Akkordeonist Krzysztof Dobrek. Doch "der Star ist das Ensemble", betonte Wais. Musik gibt es von Albinoni bis Jacques Brel, von Mozart bis zu den harten Klängen von "Hellfire".
Nach der konzeptionellen Erneuerung der Festwochen-Eröffnung im Vorjahr wird es heuer "Noch moderner", so Loibl. Auch das Thema das Vorjahres - die kulturelle Erweiterung Europas durch die EU-Vergrößerung - wird diesmal gleichsam von der anderen Seite, nach der erfolgten Erweiterung, fortgesetzt. Die Menschen aus den Beitrittsländer seien am Wochenende an den Grenzen gestanden und hätten gejubelt, "Endlich in Wohlstand leben" zu können, so Merkatz - doch werde dies "Wahrscheinlich wie bei uns nach dem Zweiten Weltkrieg" Generationen dauern.
Die erfolgreiche Einbeziehung neuer Publikumsschichten soll im Sinne eines "Fests für alle Wiener" fortgesetzt werden, betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S). Zwischen den eingespielten Filmen und dem Bühnengeschehen wird es Interaktion geben, schilderte Loibl anhand eines Beispiels, das ins Herz der Österreicher trifft: Die Vergänglichkeit des Ruhms etwa wird anhand des 3:2 über Deutschland bei der Fußball-WM-Endrunde 1978 in Cordoba erläutert. Bei den Videoeinspielungen werden die wichtigsten Ereignisse des sportlichen Heldenmythos ausgelassen, durch die Musik erfährt das Geschehen eine Umdeutung - man darf gespannt sein, wer diesmal "narrisch" wird. Das Konzept der Eröffnung stammt von "Neue Sentimental Film", die musikalische Leitung haben Martin Böhm und Ludwig Coss über.(apa/red)
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