Donnerstag, 6. Mai 2004

Jörg Haiders neue 3-Tage-Reise: Er besucht gemeinsam mit Gorbach den Iran

  • Dreitägiger Besuch mit Wirtschaftsdelegation
  • Haider: Kontakte jeglicher Art "jetzt einfädeln"

Erst vor einigen Wochen besuchten Landeshauptmann Jörg Haider und Vizekanzler Hubert Gorbach in Lybien zu Besuch. Nun haben sie eine neue Reise geplant: Am Montag fliegen die beiden gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation in den Iran. Mit dabei sind auch diesmal wieder Klubchef Herbert Scheibner und Gesundheits-Staatssekretär Reinhart Waneck. Für die Regierungsmitglieder stehen Gespräche mit ihren iranischen Amtskollegen auf dem Programm, Gorbach rechnet außerdem mit einem Treffen mit Staatspräsident Mohammed Khatami.

Den wirtschaftlichen Dialog zu intensivieren und die Beziehungen zwischen dem Iran und der EU zu stärken, nannte Gorbach im Gespräch mit der APA als Ziel der Reise. Dies werde auch durch die 45-köpfige Wirtschaftsdelegation, die mit den Politikern in den Iran reisen wird, unterstrichen.

Besonders wichtig sei ihm das Treffen mit seinem Amtskollegen Ahmad Korram. Im Iran stünden 10.000 Kilometer Autobahn, 6.000 Kilometer Eisenbahn, sieben Flughäfen und sechs Häfen zu Neubau oder Sanierung an. "Da ist schon einiges dabei, wo wir - glaube ich - einiges an Know-how und Qualität bieten können", hofft er dabei auf Aufträge für heimische Unternehmen.

Die Freiheitlichen verfügen über traditionell gute Kontakte in den arabischen Raum und den Nahen Osten. Haider etwa hat wiederholt mit Reisen nach Lybien und in den Irak für Aufsehen gesorgt, Scheibner pflegt seine Beziehungen vor allem nach Syrien. Gorbach begründete dieses Engagement mit den "interessanten Entwicklungen" in dieser Region. Man wolle auch neue Wege bahnen: "Es ist nicht der leichteste Weg. Wir gehen halt dorthin, wo noch viel Frontarbeit zu leisten ist."

Haider, der von seiner Gattin begleitet wird, sieht in der Iran-Visite sowohl politische als auch wirtschaftliche Aspekte. Der Iran suche, ebenso wie die anderen arabischen Länder, nach einer "Anbindung zu Europa", und Österreich sei hier als ein kleines, neutrales Land die richtige Adresse. Außerdem müsse man Kontakte jeglicher Art "jetzt einfädeln", sagte Haider in Klagenfurt zur APA.

"Ich hoffe wieder auf eine Reihe konkreter Aufträge für unsere Wirtschaft", wie bei seinen Besuchen in Libyen, so der Kärntner Landeshauptmann. Der Iran sei, wie viele Länder in dieser Region, sehr stark technologisch orientiert. Daraus könnten sich eine Reihe von Wirtschaftskontakten mit österreichischen Unternehmen ergeben.

6.5.2004 11:11