Dienstag, 4. Mai 2004

Bankraub in Wien: Drei mit Messern Bewaffnete überfielen Institut in Floridsdorf

  • War es wieder die berüchtigte "Messerbande"?
  • Täter sind noch flüchtig, Fahndung läuft

Drei mit Schraubenzieher-Messern bewaffnete Männer haben am Dienstagvormittag eine Filiale der Bank Austria in der Prager Straße in Wien-Floridsdorf überfallen. Nach vollbrachter Tat flohen sie laut Polizei mit einem Auto, das später im Bezirk verlassen gefunden wurde. Verletzt wurde niemand.

Die Erstmeldung - drei Täter mit Messern - warf die Frage auf: War es wieder die "Messerbande"? Hannes Scherz, stellvertretender Leiter der Wiener Kriminaldirektion 1: "Dafür ist es viel zu früh." Fix schien am Vormittag nur zu sein, dass es sich bei dem Fluchtfahrzeug um ein gestohlenes Auto handelte.

Im Vorjahr war es zu mehreren "Massenüberfällen" auf Banken in Wien gekommen, bei denen die Täter mit Messern agierten und daher den entsprechenden Spitznamen erhielten. Jedes Mal waren mehrere Täter - vier bis sechs - mit Messern in Geldinstitute gestürmt. Zumindest teilweise waren auch bei den Coups des Vorjahres gestohlene Autos als Fluchtfahrzeuge verwendet worden. Teilweise wurden etwaigen Verfolgern Nägel in den Weg gelegt, was der Gruppierung den Zweitnamen "Nagelbande" eintrug. Mitunter ließen die Täter auch Bombenattrappen zurück.

Der "Messerbande" wurden im Vorjahr folgende Überfälle zugerechnet: am 21. Juli 2003 eine Erste Bank-Filiale in der Laxenburger Straße in Favoriten, zehn Tage später eine Filiale der Western Union Bank in der Maderstraße in Wieden, am 6. August ein Juweliergeschäft in der Niederhofstraße in Meidling - dabei wurde ein Verdächtiger, ein Chilene, festgenommen -, ein erneuter Coup am 13. Oktober in der Laxenburger Straße, diesmal eine Bank Austria, sowie die Josefstädter Erste Bank in der Lerchenfelder Straße am 10. November.

(apa)

4.5.2004 12:46