Nach tragischem Tod der Mutter: Klein-Melanie kommt zu einer Pflegefamilie
- Zweijähriges Mädchen lebte 2 Tage neben der Leiche!
- Die kleine Melanie dachte, dass Mutter schläft
Der einsame Tod der Mutter und das Schicksal ihrer kleinen Tochter machte Schlagzeilen: Zwei Tage lang lebte Klein-Melanie (2) neben der Leiche in einer Wiener Wohnung. Nach einem kurzen Aufenthalt im AKH übersiedelte die Halbwaise jetzt zu speziell ausgebildeten Pflege-Eltern. Zu Menschen, die besonders im Umgang mit Kindern geschult sind, die wie Melanie Scheckliches erlebt haben.
Der Sprecher des Wiener Amtes für Jugend und Familie (MA 11), Werner Neubauer, bestätigte das der APA. Jetzt müsse überprüft werden, ob der Vater Johann W., der getrennt von seiner Frau gelebt hat, es sich zutrauen kann, für die kleine Melanie zu sorgen. Ihr fünfjähriger Bruder lebe bereits seit dem Vorfall am Wochenende bei dem 42-Jährigen. Ein weiterer Bub, ebenfalls ein Kind der zu Tode gekommenen 33-jährigen Melanie W. und ihrem Ehemann Johann, befinde sich schon seit längerem in einer Wohngemeinschaft des Jugendamtes.
Mädchen lebte zwei Tage neben toter Mutter
Nach dem Tod ihrer Mutter saß das Mädchen zwei Tage lang neben der Leiche! Niemand kann genau sagen, was passiert ist. Und niemand weiß, was die Zweijährige in den einsamen Stunden durchgemacht hat. Vermutlich dachte die Kleine, dass ihre Mutter nur schläft! Vorsorglich stellte sie ein Joghurt samt Löffel zu ihr.
Als Helfer das Kind fanden, war Melanie hungrig, schmutzig und verstört. Zu trinken dürfte das Kind gehabt haben - sie konnte den Wasserhahn aufdrehen. Zu Essen dürfte die Zweijährige wenig gefunden haben - es lagen angeknabberte, ungekochte Nudeln oder in Plastikfolie verschweißte Wurst herum.
Mutter dürfte nach Sturz im Bad gestorben sein
Laut Obduktionsergebnis litt die Mutter an einer schweren Krankheit, Details wurden nicht bekannt. Die 33-jährige Melanie W. starb im Bad ihrer Wohnung in der Schaumburgergasse 4 nach einem Sturz. Laut Monika Dalmatiner vom Polizeikommissariat Margareten könnte die Frau einen Kreislaufkollaps erlitten und so unglücklich gefallen sein, dass sie tödliche Verletzungen erlitt.
Kindergarten schlug Alarm, als die Frau ihren Sohn nicht abholte
Bemerkt wurde der Vorfall Montag Nachmittag. Der Kindergarten ihres fünfjährigen Sohnes schlug Alarm schlug, weil die Mutter den Buben nicht abgeholt hat. Der fünfjährige Sohn der Frau war am Wochenende bei ihrem Ehemann, von dem sie getrennt lebte. Er hatte den Buben am Montag in den Kindergarten gebracht. Als die Verstorbene das Kind nicht wie verabredet abgeholt hat, und sie auch nicht auf Telefonanrufe reagierte, wurde die Tür aufgebrochen. Die Rettung brachte das Mädchen ins Wiener Allgemeine Krankenhaus, weil nicht sicher war, ob sie genug zu essen gefunden hat. (apa)
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