Finanz-Streit um Wr. Spital: Ministerin für Schließung des Hanusch-Krankenhauses!
- Kritik von Rauch-Kallat: Gehälter knapp die Hälfte höher als in anderen Spitälern
·FPÖ für Verkauf des Hanusch-Spitals
Privater Bestbieter soll Krankenhaus übernehmen
·Kassen-Vertrag wurde angenommen!
Keine Änderungen. VP- Gleitsmann unglücklich
Streit um eines der Wiener Spitäler: Laut Gesundheitsministerin Rauch-Kallat sei das Hanusch-Krankenhaus das finanzielle Hauptproblem für die Wiener Gebietskrankenkasse. So seien etwa die Gehälter knapp die Hälfte höher als in anderen Spitälern. Sie regte die Schließung an. In einer ersten Reaktion sprach sich der Grüne Gesundheitssprecher Grünewald gegen eine "Ruck-Zuck-Schließung" aus. Die FPÖ ist für den Verkauf an einen privaten Bestbieter.
Keine allzu aufregenden Ergebnisse hat offenbar die Sondereinschau bei der Wiener Gebietskrankenkasse gebracht. Die WGKK dürfte nach dem derzeitigen Rohbericht "sehr korrekt" arbeiten, erklärte die Gesundheitsministerin im Ö1-"Mittagsjournal". Das finanzielle Hauptproblem sei das Hanusch-Krankenhaus.
Derzeit besteht ja für die Wiener Gebietskrankenkasse eine gesetzliche Verpflichtung, das Spital zu führen. Dies könnte nun geändert werden. Rauch-Kallat kann sich vorstellen, die Verpflichtung zu streichen und der WGKK die Möglichkeit geben, das Krankenhaus zu verwerten bzw. an die Gemeinde Wien weiterzugeben. Besonders stört Rauch-Kallat, dass im Hanusch-Spital die Gehälter um knapp die Hälfte höher seien als in anderen Krankenhäusern sowie, dass Pflegepatienten in teureren Akutbetten untergebracht seien.
Mit der Kasse selbst ist Rauch an und für sich nicht einmal so unzufrieden. Diese dürfte "sehr korrekt" agieren. Allerdings kritisiert die Ressortchefin, dass die Kasse um vieles großzügiger sei als andere Träger und die Kontrolle in manchem zu lasch sei. Deshalb müsse man etwa in Sachen Kontrolle - etwa was die Kosten für das Krankengeld für Arbeitslose angeht, weitere Überprüfungen anstellen: "Hier wäre etwas Kontrolle durchaus angebracht".
Für unlösbar hält die Ministerin die Probleme der WGKK nicht. Würde das Problem Hanusch-Spital beseitigt und die Großzügigkeit zurückgenommen, wären die finanziellen Probleme "durchaus in Griff zu bekommen", meinte die Ministerin auf eine entsprechende Frage.
Grüne gegen "Ruck-Zuck-Schließung"
In einer 1. Reaktion sprach sich der Grüne Gesundheitssprecher gegen eine "Ruck-Zuck-Schließung" aus. Kurt Grünewald: "Viel dringlicher ist eine Leistungsangebotsplanung für Wien." Weil der Rachefeldzug gegen die Wiener Gebietskrankenkasse bis jetzt ein einziger Bauchfleck gewesen sei, wäre es höchst an der Zeit ,eine sachliche Diskussion zu führen.
(apa)
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