Lokalaugenschein: Wo dürfen Frauen ihren Bauch zeigen und wo nicht?
- Hugo Boss: Verkäuferinnen dürfen nicht bauchfrei sein!
- AHS Rahlgasse: Schülerinnen ja, Lehrerinnen nein!
·Bilder: 'Unterhosen-Demo' der Schüler!
Mädchen strippten vor dem Landesschulrat !
·Dress for Success: Business-Styling!
Fünf Powerfrauen zeigen ihren Karriere-Look!
·Chice Jeans für jede Problem-Figur!
Jeans-Modelle, die Problemzonen kaschieren!
·Sportkollektion von Missy Elliott!
Rap-Queen präsentiert im Herbst eigene Mode-Linie!
Die Bauchfrei-Debatte: Wo dürfen Frauen ihren Bauch zeigen, wo nicht - ein Lokalaugenschein....
Mein Bauch gehört mir! Dieser Kampfspruch von Befürworterinnen der Fristenregelung in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat plötzlich wieder Saison - wenn auch in einem völlig anderen Zusammenhang. Denn spätestens seit an einer Schule im oberösterreichischen Ohlsdorf letzte Woche den Schülerinnen das Tragen bauchfreier Shirts und Tops verboten wurde, stehen diese so modischen wie aufreizenden Vorboten des Sommers im Kreuzfeuer der Kritik. Moralinsaure Ordnungshüter würden diese am liebsten überhaupt aus der Öffentlichkeit verbannen, liberale Freidenker kämpfen dafür, als stünde die Demokratie vor dem Aus. Und NEWS wollte wissen: Wie viel Bauch ist eigentlich in Österreichs Arbeitswelt erlaubt?
Bauchfrei? Ja, bitte! Einen höchst entspannten Zugang zum Thema hat Heidi Schrodt, Direktorin des Bundesgymnasiums in der Wiener Rahlgasse: "Natürlich dürfen unsere Schülerinnen bauchfrei im Unterricht erscheinen. Jugendliche wollen ja ausprobieren und experimentieren. Ich bin erstaunt, dass das überhaupt wieder ein Thema ist." Auf der Lehrerseite sieht die Frau Direktor die Sachlage allerdings anders: "Natürlich mache ich da niemandem Vorschriften, aber zu knappe Miniröcke oder bauchfreie Shirts sollten unsere Lehrerinnen natürlich nicht tragen." Aber so etwas käme ohnehin so gut wie nie vor.
Anders die Situation in der als besonders kreativ bekannten Wiener Mediaagentur "Nofrontiere". "Im Kundenkontakt legen wir natürlich wie jeder Wert auf den klassischen Dresscode", erläutert Konzeptchef Paul Blazek die Firmenphilosophie. "Aber im Büro ist bei uns alles erlaubt, was modisch geht." Immerhin sei man eine Kreativagentur und würde sich beinahe schon verdächtig machen, wenn es diesbezüglich irgendwelche Verbote gäbe.
So viel Offenheit ist jedoch nicht in jedem Büro an der Tagesordnung. Vor allem Mitarbeiter, die mit Kunden zu tun haben, müssen sich an die klassischen Bekleidungsvorschriften halten, und dazu gehört: kein tiefes Dekolleté, kein kurzer Rock und kein freier Bauch - auch bei 35 Grad. "Immerhin haben wir in nahezu allen Filialen Klimaanlage", sagt Peter Thier, Pressesprecher der Bank Austria Creditanstalt. "Also ist es auch im Hochsommer nicht nötig, mit Minirock und Spaghettiträgern aufzutreten."
Bauchfrei im Modetempel?
Ähnlich streng die modischen Vorschriften in den Designerfilialen von Hugo Boss. "Selbstverständlich sollen unsere Mitarbeiter Mode nicht nur verkaufen, sondern auch vermitteln", erklärt die Filialleiterin der Boss-Boutique auf der Wiener Kärntner Straße, Corina Grinberger. Trotzdem gibt es Grenzen: "Keine großzügigen Ausschnitte, nichts Bauchfreies und auch sonst nichts, was zu sexy oder aufreizend wirkt."
Stichwort aufreizend: Da zieht auch Thomas Schäfer-Elmayer, Chef der Tanzschule und heimischer Gralshüter der stilvollen Eleganz, die Grenze zwischen Erlaubtem und Verbotenem: "Ich denke, es ist an keinem Arbeitsplatz opportun, irgendwelche sexuell erregende Kleidung zu tragen. Das wäre äußerst unprofessionell." Und diesem Vorwurf will sich bestimmt kaum eine Frau aussetzen - außer vielleicht, sie ist eine "Professionelle" ...
(Aus NEWS 18/2004)
Smart Food by Roland Trettl08:16
Intelligent essenHangar-7-Starkoch Roland Trettl zeigt, welches Essen dem Gehirn gut tut UND schmeckt
