Der Apartheid folgte die Geißel AIDS: 5,3 Millionen sind infiziert
- Lebenserwartung im Jahrzehnt nach den ersten freien Wahlen gesunken
Vor nicht allzu langer Zeit hat Sindiswa Moya ihren Freund begraben, der an Aids gestorben ist. Nun kämpft die 34-jährige ehemalige Polizistin selbst gegen die Immunschwächekrankheit. In einem offenen Brief, der in der Kapstädter "Sunday Times" veröffentlicht wurde, rief sie den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki dazu auf, dafür zu sorgen, dass alle HIV-Infizierten umgehend die notwendigen Medikamente erhalten.
Zehn Jahre nach den ersten freien Wahlen in Südafrika, deren Datum, der 27. April, zum Nationalfeiertag erklärt wurde, hat sich die Aids-Seuche für die Bevölkerung als tödlicher erwiesen als die politische Unterdrückung zu Zeiten der Apartheid, wie zahlreiche Beobachter es darstellen. Schätzungsweise 5,3 Millionen der 45 Millionen Südafrikaner sind mit dem HI-Virus infiziert, etwa 600 sterben jeden Tag an Aids. In manchen Gegenden beträgt die Infektionsquote mehr als 25 Prozent. Der Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten ist vielen armen Menschen indessen immer noch verwehrt.
Die Lebenserwartung ist von 61,5 Jahren 1994 auf 50 Jahre gefallen.
(apa, red)
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