Samstag, 1. Mai 2004

Doch kein Ausstieg! DaimlerChrysler hält an Mitsubishi-Beteiligung fest

  • Schrempp: "Strategie nicht verändert"
  • DaimlerChrysler sucht derzeit keinen Käufer für Aktien

DaimlerChrysler wird nach den Worten von Vorstandschef Jürgen Schrempp an seiner Beteiligung beim japanischen Autobauer Mitsubishi festhalten. DaimlerChrysler hatte in der vergangenen Woche jede weitere finanzielle Unterstützung für den angeschlagenen Autohersteller eingestellt, bei dem die Stuttgarter mit 37 Prozent größter Einzelaktionär sind.

"Unsere Strategie, in Asien fest verankert zu sein, hat sich dadurch jedoch nicht geändert", schrieb Schrempp in einem Brief an die Mitarbeiter. Finanzchef Manfred Gentz hatte zuletzt ebenfalls betont, dass DaimlerChrysler derzeit keinen Käufer für das Aktienpaket suche.

Auf der Mitsubishi-Hauptversammlung in Tokio forderten wütende Aktionäre eine Erklärung für das Zudrehen des Geldhahns durch die Stuttgarter. Der neu gewählte Chef von Mitsubishi Motors (MMC), Yoichiro Okazaki, sagte, das Unternehmen halte alle Gesprächskanäle für eine weiterreichende Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler offen: "Die Verhandlungen gehen weiter." MMC stehe vor der "härtesten Herausforderung" seiner Geschichte, die die Existenz des Konzerns gefährden könne.

Schrempp erklärte in dem Mitarbeiterbrief, der Konzern sei in Asien nach wie vor gut aufgestellt. "Wir stehen zu unseren gemeinsamen Projekten mit Mitsubishi, ob bei Chrysler oder bei smart, und wir werden sie auch unter den veränderten Rahmenbedingungen weiter umsetzen."

Im Zusammenhang mit der Entscheidung, sich nicht an der Kapitalerhöhung bei Mitsubishi zu beteiligen, war es bei DaimlerChrysler zu einem Machtkampf gekommen, der am Donnerstag mit der demonstrativen Unterstützung für Schrempp durch den Aufsichtsrat beendet wurde. (APA/red)

1.5.2004 13:30