Neue Hoffnung bei Alitalia: Maßnahmen- paket für marode Fluglinie verabschiedet
- Staatsbahnen-Chef rückt zur neuen "Nummer eins" auf
- Gewerkschaften begrüßen Plan: Kein Streik am 17.Mai!
·Bahnpersonal in Italien im Streik!
Die Details: Auch Züge in Österreich sind betroffen
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Chef warnt: "Nur noch ein Monat ohne Staatshilfen"
·Alitalia: Streiks kosten 40 Mio. Euro!
Insgesamt mussten 1.300 Flüge gestrichen werden
Nach vier Tagen hektischer Verhandlungen bahnt sich eine Wende in der Alitalia-Krise an. Regierung und Gewerkschaften einigten sich am Donnerstag in Rom auf einen Plan, der den Einstieg von Privaten in die konkursbedrohte Fluglinie ermöglichen soll. Vorgesehen ist eine Kapitalaufstockung, dank der auch Privatunternehmen der noch staatlichen Fluggesellschaft beitreten sollen.
Die Regierung verpflichtete sich außerdem zur Verabschiedung des lang erwogenen Maßnahmenpakets zur Unterstützung des italienischen Flugverkehrs, von dem auch Alitalia indirekt profitieren soll. Hinzu wurde ein Wechsel der Alitalia-Spitze beschlossen.
Zum neuen Geschäftsführer und Präsident der Alitalia wurde der bisherige Chef der italienischen Staatsbahnen, Giancarlo Cimoli, ernannt. Cimoli, der in den vergangenen Jahren auf entscheidende Weise zur Sanierung der schwer verschuldeten Staatsbahnen beigetragen hatte, gilt als erfahrener Manager in staatlichen Unternehmen. Der Wechsel an der Spitze der Alitalia ist laut Regierung als unentbehrliche Bedingung für den Neubeginn der Fluggesellschaft, die um ihre Zukunft kämpft.
Kein Streik am 17. Mai
Die Gewerkschaften begrüßten den Plan der Regierung und verpflichteten sich, jegliche Protestaktion im Flugverkehr zu suspendieren. Widerrufen wurde auch der am 17. Mai geplante Streik im italienischen Flugbereich.
Der Vizepremier Gianfranco Fini, der die Verhandlungen in Rom koordinierte, begrüßte das Abkommen mit den Gewerkschaften. Er beteuerte, dass die Regierung das Maßnahmenpaket zur Unterstützung des Flugverkehr verabschieden werde. Wirtschaftsminister Giulio Tremonti unterstrich, dass Alitalia trotz der gravierendsten Krise in ihrer 50-jährigen Geschichte noch eine Zukunft habe. "Wir sind überzeugt, dass die Gesellschaft wachsen kann", versicherte der Minister.
Aktien vom Handel ausgesetzt
Die Aktien und Anleihen der konkursbedrohten Alitalia sind am Mittwoch an der Mailänder Börse vom Handel ausgesetzt worden. Die Aktien sollen bis zur heutigen Aufsichtsratssitzung nicht mehr gehandelt werden, teilte die Mailänder Börse mit. Bereits am Mittwoch waren die Alitalia-Aktien wegen starker Kurseinbrüche einige Stunden lang vom Handel ausgesetzt worden.
Nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Mittwoch-Ausgabe) soll der Aufsichtsrat eine Sonderversammlung der Aktionäre einberufen. Der Hauptaktionär, das römische Finanzministerium, sollte Alitalia unter Kontrolle eines Insolvenzverwalters wie es bereits im Dezember mit dem Nahrungsmittelkonzern Parmalat der Fall gewesen war, berichtete die Zeitung. Auch eine Teilprivatisierung der Gruppe wird nicht ausgeschlossen. (apa/red)
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