Mittwoch, 28. April 2004

Münchner Schmiergeld-Affäre: Haftbefehl gegen Wildmoser senior aufgehoben

  • Ermittlungen gegen Ex-Präsidenten des TSV 1860 München dauern aber weiter an

Der Haftbefehl gegen Karl-Heinz Wildmoser senior, den früheren Präsidenten des deutschen Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München, ist am Mittwoch vom Amtsgericht München aufgehoben worden. Damit sei den entsprechenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung entsprochen worden, teilte eine Justizsprecherin mit.

Der wegen der Schmiergeldaffäre um das neue Münchner Fußballstadion "Allianz Arena" ergangene Haftbefehl war gegen Kaution und Auflagen ohnehin schon außer Vollzug gesetzt. Die Ermittlungen dauern an.

Zeuge bringt neue Vorwürfe gegen Alpine
Im Zusammenhang mit dem Stadion-Skandal in München hat nun ein Zeuge neue Vorwürfe gegen den Chef des Salzburger Bauunternehmens Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, und den mittlerweile abgesetzten Geschäftsführer der Stadion-Gesellschaft, Karl-Heinz Wildmoser junior, erhoben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf die Bildzeitung. Wildmoser soll der Alpine für das Geld geheime Informationen über die Konkurrenzfirma Bögl zugespielt zu haben.

Das Oberpfälzer Bauunternehmen Max Bögl war Alpines Hauptkonkurrent im Kampf um den 286-Mio.-Euro-Auftrag. Wildmoser soll die gewünschten Informationen "regelmäßig geliefert" haben - und zwar an Aluta-Oltyan: "Herr Aluta machte alles zur Chefsache", sagte laut dem Bericht der Zeuge aus, der den Kontakt zwischen Wildmoser und Aluta vermittelt haben soll.

Der Alpine-Chef und Wildmoser sollen sich drei Mal am Münchner Flughafen getroffen haben.
(apa, red)

28.4.2004 16:38