"Niki" hebt mit Kampfpreisen ab: Ab 29 Euro nach Warschau, Zürich und Rom
- Lauda: "Mein Ziel war nie, nur Charter zu fliegen"
- Auslastung der "Niki"-Flieger bei rund 90 Prozent
Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda expandiert mit seiner neuen Fluglinie "Niki" schneller als erwartet. Mit einem zusätzlich geleasten fünften Airbus hebt Lauda ab 20. Mai zweimal täglich nach Warschau, Rom und Zürich ab. "Unsere Flüge in Zusammenarbeit mit Air Berlin nach Spanien haben derart gut eingeschlagen, dass wir die Expansion vorziehen", freut sich der Airliner bei einer Pressekonferenz in Wien.
Zunächst werden die Flüge an die neuen Ziele ab 29 Euro (einfach, inklusive Gebühren) angeboten. Die Zahl der Sitzplätze zu diesem Preis ist flexibel. Auch der Höchstpreis variiert, Lauda nannte heute auf Anfrage einen Richtwert von 199 Euro. "Niki" arbeite kostendeckend mit einem Ertrag von 75 bis 80 Euro pro Stunde und Passagier, sagte Lauda.
Die neuen Ziele bedeuten eine Erweiterung des bisherigen Ferienflieger-Programms auf Linien-Strecken und damit eine direkte Konkurrenz mit der AUA oder Swiss. "Mein Ziel war nie, nur Charter zu fliegen", sagte Lauda bei der Pressekonferenz. Sowohl in Rom als auch in Zürich gebe es ein Air Berlin-Vertriebsnetz. Mittelfristig könnte Wien für Air Berlin ein Drehkreuz für Niki-Flüge nach Osteuropa (CEE) werden. Weitere Ziele in diesem Raum stünden aber noch nicht fest.
"Mein Aufkommen ist in Wien"
Der nur gut 50 Kilometer von Wien entfernte slowakische Flughafen Bratislava/Pressburg habe für Niki "keinen Stellenwert": "Mein Aufkommen ist in Österreich, in Wien. Ich will dort fliegen, wo die Passagiere sind und sie nicht mühsam umleiten". Man könne nicht "die Passagiere quälen, weil ich ein Airport-Kostenproblem habe", sagte Lauda. Mit 1. Mai startet die Austrian Airlines-Gruppe tägliche Direktflüge von Bratislava nach London, Paris und Brüssel zu Billigpreisen ab umgerechnet 61 Euro (2.500 slowakischen Kronen) hin und zurück (exklusive Steuern und Gebühren).
Die Auslastung der "Niki"-Flugzeuge bezifferte Lauda "bis heute" auf rund 90 Prozent. Dank der positiven Entwicklung setzt Lauda seine Umsatzerwartung für 2004 von 60 auf 75 Mio. Euro nach oben. Das Ergebnis sei abhängig von Investitionen in neue Strecken, es sei aber "heuer sicher positiv, das ist keine Diskussion".
Neue Lauda-Linie aus insolventer Aero-Lloyd
Lauda gründete im vergangenen Herbst 2003 aus der Österreich-Tochter der insolventen deutschen Aero Lloyd seine zweite Fluggesellschaft nach der Lauda Air, die mittlerweile komplett in die Austrian Airlines-Gruppe integriert ist. Zu Jahresbeginn stieg der deutsche Billigflieger Air Berlin mit 24 Prozent bei "flyniki" ein, die anschließend auf "Niki" umgetauft wurde. Seit April bedient Niki täglich (außer Montag) ab Wien das Air Berlin-Drehkreuz Palma de Mallorca, zusätzlich werden weitere Ziele im Mittelmeerraum angeflogen, hauptsächlich in Spanien (plus Kanaren), Portugal und Griechenland.
Zusammen mit Partner Air Berlin laufen derzeit Verhandlungen mit den Flugzeugherstellern Boeing und Airbus über den Kauf von insgesamt 70 Maschinen plus 30 Optionen. Eine Typenentscheidung soll in spätestens zwei Monaten fallen. Die künftig fünf Niki-Airbus A320 sind längerfristig von der Bayerischen Landesbank geleast. Air Berlin betreibt derzeit 45 Boeing 737. Der anvisierte Großauftrag an einen der beiden Hersteller sieht einen Austausch der bisher zusammen 50 Flugzeuge plus eine Aufstockung um mindestens 20 Flugzeuge vor.
(apa/red)
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