Montag, 26. April 2004

Österreichische Post kooperiert künftig mit deutscher Post im Vertrieb

  • Vertrag betrifft Vertrieb von Massensendungen
  • Mit Übernahmegerüchten durch Deutsche nichts zu tun

Die Österreichische Post AG wird mit der Deutschen Post AG künftig enger zusammenarbeiten. Nach den Spekulationen über einen möglichen Teilverkauf an die Deutschen in den vergangenen Monaten hat die Deutsche Post am Montag eine Vertriebskooperation mit den Österreichern verkündet.

Die Österreichische Post betonte allerdings, dass es sich dabei um "business as usual" handle. "Mit dem Interesse vom Chef der deutschen Post (Klaus Zumwinkel, Anm.) an einem Einstieg in Österreich hat das nichts zu tun", sagte ein Sprecher zur APA. Ähnliche Kooperationen gebe es auch mit anderen Postgesellschaften.

Konkret geht es bei der am Montag verkündeten Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Österreichern um den Vertrieb von Werbesendungen. Der Kooperationsvertrag betreffe den Vertrieb von adressierten und unadressierten Massensendungen aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, England, Spanien, Dänemark und der Schweiz nach Österreich.

Die Deutsche Post werde in diesen Ländern dafür werben, dass Sendungen nach Österreich über sie und die Österreichische Post und nicht über die Konkurrenz - etwa über die holländische oder französische Post verschickt würden, so der Sprecher. Nicht eingeschlossen in die Vertriebskooperation ist die Post von Deutschland nach Österreich. Hier kooperiert die Österreichische Post bereits mit den Schweizer Kollegen (Swiss Post).

Zumwinkel hatte erst im Vormonat sein ungebrochenes Interesse an einem Einstieg in Österreich erklärt. Laut dem Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Anton Wais, sind die Gespräche über die "Einbindung in ein strategisches Netz" im Laufen. Laut Auftrag der Regierung soll die Staatsholding ÖIAG als ersten Schritt der Privatisierung zumindest noch in dieser Legislaturperiode einen strategischen Partner für die österreichische Post suchen.
(APA/red)

26.4.2004 12:00