Deutsch-französischer Pharmariese Aventis lässt sich von Sanofi schlucken
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- Durch Fusion entsteht drittgrößter Pharmakonzern
Der deutsch-französische Pharmakonzern Aventis hat sich dem Angriff des kleineren französischen Konkurrenten Sanofi-Synthelabo geschlagen gegeben: Nach dreimonatiger Abwehrschlacht nahm der Verwaltungsrat ein verbessertes Angebot an, wie die französische Regierung mitteilte. Der ebenfalls an einer Fusion mit Aventis interessierte Schweizer Pharmakonzern Novartis erklärte, er habe sich angesichts einer "starken Intervention der französischen Regierung" zurückgezogen.
Sollten die Aktionäre dem um gut 16 Prozent erhöhten Angebot zustimmen, würde unter französischer Führung der drittgrößte Pharmakonzern der Welt nach dem US-Giganten Pfizer und dem britischen GlaxoSmithKline entstehen. Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin begrüßte die Einigung, weil sie "strategischen Interessen" Frankreichs entspreche und sowohl Arbeitsplätze und die Entscheidungsprozesse des Konzerns in Frankreich sichere. Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy sagte, der Zusammenschluss sichere Frankreich eine weltweit führende Rolle in der Pharmaindustrie.
Unter dem Eindruck einer möglichen Fusion von Aventis mit dem Novartis hatte Sanofi sein Übernahmeangebot von 58,11 Euro pro Aktie auf etwa 70 Euro erhöht. Sanofi hatte im Jänner ein feindliches Übernahmeangebot für Aventis vorgelegt, das den nach dem Umsatz doppelt so großen Konkurrenten damals mit rund 45 Milliarden Euro bewertete.
Aventis hatte im Abwehrkampf gegen Sanofi-Synthelabos einen herben Rückschlag erlitten. Die französische Börsenaufsichtsbehörde AMF beurteilte den Aventis-Plan, zur Abwehr von Sanofi Optionsscheine an seine Aktionäre auszugeben, als Verstoß gegen die Marktregeln. Das Vorhaben des Straßburger Unternehmens stimme nicht mit Prinzipien für öffentliche Angebote überein, hieß es in einer Erklärung der AMF. Anfang Mai hat die französische Börsenaufsicht AMF jedoch das Angebot des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Synthelabo für den größeren Rivalen Aventis gebilligt
Aventis hatte sich in der Vergangenheit massiv gegen eine Übernahme durch Sanofi gewehrt und den Schweizer Pharmakonzern Novartis als weißen Ritter ins Spiel gebracht. Vergangene Woche hatte Novartis dann Fusionsverhandlungen mit Aventis angekündigt.
Die französische Regierung hatte sich allerdings bemüht, Aventis und Sanofi zu einem Zusammenschluss zu drängen. Raffarin hatte seine Präferenz für die Bildung eines "nationalen Champions" in der Pharmabranche erkennen lassen. Douste-Blazy hatte erklärt, Sanofi sei ohne Fusion selbst in Gefahr, von einem ausländischen Konzern aufgekauft zu werden.
(APA/red)
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