Jaromir Jagr: Tschechiens Superstar mit voller Konzentration auf Gold-Mission
- Nur noch WM-Titel fehlt in Jagrs Trophäensammlung

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Bei dem Eishockey-Match zwischen Österreich und Tschechien kam es am Freitag zu einem Wiedersehen zwischen NHL-Youngster Thomas Pöck und Veteran Jaromir Jagr. Seit etwas mehr als einem Monat sind die beiden Teamkollegen beim US-Glamour-Klub New York Rangers. Während Pöck noch am Beginn seiner Karriere steht, hat der tschechische Superstar schon fast alles gewonnen. Einzig und allein ein Weltmeister-Titel blieb Jagr bisher verwehrt.
Den Star gibt Jagr aber nicht. "Er ist ruhig, aber immer freundlich und er war sehr nett zu mir. Er hat keine Allüren. Ich war überrascht, schon am zweiten Tag hat er meinen Namen gewusst", erklärt Pöck. Zu einem Treffen mit Jagr und Jan Hlavac, dem zweiten Ranger im tschechischen Team, ist es noch nicht gekommen, nur ein kurzes Gespräch im Spielerhotel Corinthian Towers war drin. "Ich hab ihm vorgeschlagen, spielen wir unentschieden", sagt Pöck mit einem Schmunzeln.
Jagr mit voller Konzentration auf den Titel
Auch sonst macht sich Jagr in Prag rar. Der 32-Jährige lehnt alle Interview-Wünsche ab, stellt sich nur gelegentlich nach Spielen der Presse. Jagr will sich ganz auf die WM konzentrieren, um endlich im "Triple Gold Club" Aufnahme zu finden. Nach zwei Stanley Cup-Triumphen mit den Pittsburgh Penguins 1991 und 1992 und Olympia-Gold mit Tschechien in Nagano 1998 will der Stürmerstar endlich auch einen WM-Titel. "Es ist nicht leicht die WM zu gewinnen", sagt er.
Einer der besten Europäer aller Zeiten
Andere Auszeichnungen hat er abgeräumt wie nur wenige vor ihm. Bereits in seiner ersten Saison in der NHL steuerte er 57 Punkte zum Stanley Cup-Triumph der Penguins bei, 1995 gewann er als erster Europäer die Art Ross Trophy für den besten Scorer der NHL. Insgesamt fünf Mal hat sich Jagr diese Trophäe geholt, in der Saison 98/99 sicherte er sich zudem die Hart-Trophy für den besten Spieler der Liga. Im Sommer 2001 wechselte der rechte Flügel von Pittsburgh zu den Washington Capitals und wurde mit seiner Unterschrift unter einen Siebenjahres-Vertrag für 88 Millionen Dollar zum teuersten Spieler. In der laufenden Saison gerieten die Capitals in finanzielle Turbulenzen und ließen Jagr im Jänner nach New York ziehen.
Was zur Traumkarriere a la Amerika wurde, begann allerdings mit Startschwierigkeiten. Jagr fühlte sich in Pittsburgh zunächst nicht wohl und hatte mit Sprachproblemen zu kämpfen. Erst als die Penguins seinen Landsmann Jiri Hrdina holten, ging es mit dem Burschen aus Kladno in der Nähe von Prag aufwärts.
Rückennummer 68 erinnert an Prager Frühling
In seiner Heimat galt er längst als Riesentalent, das von seinem Vater Jaromir sen. gefördert wurde. Jagr sen. war der erste Trainer von Klein-Jaromir bei Poldi Kladno, mit sechs meldete er seinen Sohn bei drei Ligen an, damit er möglichst viele Trainingseinheiten erhält. Mit 15 debütierte Jagr - unter falschem Namen - bei den Profis, mit 17 gab er sein Nationalteam-Debüt, ehe ihm die Wende den Weg zu Ruhm und Geld in Amerika öffnete. Die Politik schlägt sich bei Jagr aber auch anders nieder. Zur Erinnerung an den Prager Frühling spielt der Superstar mit der Rückennummer 68.
(apa/red)










