Thomas Vanek: Österreichs Jüngster führt die Scorerliste der Eishockey-WM an
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Der Aufschwung des rot-weiß-roten Eishockey-Teams wird an keinem Spieler so deutlich, wie an "Team-Baby" Thomas Vanek. Der 20-Jährige führt trotzdem Stars wie Jaromir Jagr, Dany Heatle oder Ilja Kowaltschuk bei der WM aufgeigen die Scorerliste an. Zwei Tore und fünf Assists sprechen eine deutliche Sprache. "Man braucht keinen zu loben" will Coach Pöck keinen aus seiner Truppe hervorheben. "Mit Ausnahme von Vanek"
In der ehemaligen Heimat seiner Eltern zeigt das größte Talent, das Österreich je hatte, seine außerordentlichen Fähigkeiten erstmals im internationalen Rampenlicht. "Gretzky-like", also wie der ehemalige Superstar Wayne Gretzky, hätte Vanek mit einem Pass von hinter dem Tor das 3:1 durch Philipp Lukas vorbereitet, hieß es auf der WM-Homepage (www.ihwc.net).
Doch der linke Flügel, 2002 von den Buffalo Sabres als Nummer fünf gedraftet, stellt sich ganz in den Dienst des Teams. "Dass ich Top-Scorer bin, ist nicht so bedeutend. Ich bin hierher gekommen, um mit der Mannschaft erfolgreich zu sein und ins Viertelfinale zu kommen. Eishockey ist ein Mannschaftssport", betont Vanek.
Chancen aufs Viertelfinale stehen gut
Die Mannschaft sieht er auf dem richtigen Weg. "Die Chancen für das Viertelfinale sind ganz gut. Wir sind ungeschlagen und die Stimmung ist sehr gut. Wenn uns vor dem Turnier wer gesagt hätte, wir gehen mit zwei Punkten in die Zwischenrunde, wären wir froh gewesen. Das sind wir jetzt auch. Natürlich ist ein 4:4 nach 4:1-Führung enttäuschend, es ist eher ein verlorener Punkt als ein gewonnener. Wir waren im Schlussdrittel zu nervös, zu passiv, haben die Scheibe nur aus unserem Drittel rausgespielt. Aber wir sind jung und werden vielleicht noch besser", meinte der Stürmer.
Vanek bildet mit Dieter Kalt und Matthias Trattnig die erste Sturmreihe, laut Schweizer Teamchef Ralph Krueger eine der besten dieser WM, die selbst gegen die kanadischen NHL-Stars gute Figur gemacht hat. "Ich glaube, ich kann in der NHL mitspielen. Das wird schwer, aber ich liebe die Herausforderung", sagt Vanek, der vielleicht im Sommer den Sprung von der University of Minnesota in die NHL macht. Sollte es ein "lockout" (Streik) geben, wäre ein drittes College-Jahr oder selbst die DEL ein Thema.
Wenig Zeit für die Verwandtschaft
Vanek ist aber nicht nur auf dem Eis die Nummer eins, sondern auch der begehrteste österreichische Interviewpartner. Bei Österreichern, Amerikanern und Tschechen ist der stets freundliche, aber zurückhaltende Bursche ein gefragter Mann. Zeit für seine Verwandtschaft bleibt wenig. Vater Zdenek, ehemaliger Legionär in Zell/See und erster Trainer des kleinen Thomas, und seine aus der Slowakei stammende Mutter Jarmila waren bereits auf Besuch, seine beiden in Hradec Kralove lebenden Großmütter verfolgen die Spiele im TV. "Sie sind stolz, aber es ist nicht viel Zeit zum Reden", sagt Vanek.
"Österreich ist das einzige Land, für das ich spielen möchte"
Aus Hradec Kralove (Königgrätz) zog die Familie 1982 nach Österreich, zwei Jahre, bevor Thomas in Baden bei Wien geboren wurde. In Zell/See machte er seine ersten Schritte auf dem Eis, ehe die Familie nach Graz zog. Mit 14 ging Vanek nach Amerika, wo er zunächst für Sioux Falls und seit zwei Jahren für die "Golden Gophers" Tore am Fließband produziert. "Den Weg, den ich gemacht habe, kann ich nur jedem empfehlen", betont Vanek, der sich bei optimalen Bedingungen an der University of Minnesota in Minneapolis weiter entwickelt hat. Für die WM kam er zurück in das Land seiner Vorfahren, ein besonderes Spiel ist für ihn die Begegnung mit Tschechien trotzdem nicht: "Österreich ist das einzige Land, für das ich spielen möchte. Egal gegen wen."










