Samstag, 1. Mai 2004

Gleichschritt im Abstiegskampf: Kärnten und Sturm spielen jeweils unentschieden

  • Spätes Tor sichert Superfund Sieg bei der Admira
  • PLUS UMFRAGE: GAK oder Austria - wer wird Meister?

SW Bregenz und FC Kärnten haben sich 1:1 (0:0) getrennt. Die abstiegsbedrohten Klagenfurter, seit 3. Mai 2003 ohne Auswärtserfolg, waren im Ländle die klar bessere Mannschaft, mussten sich aber nach Treffern von Schepens (76.) und Kabat (48.) mit lediglich einem Zähler zufrieden geben. Sturm Graz erkämpfte sich in Mattersburg ebenfalls ein Unentschieden, während Superfund die Admira durch ein spätes Tor in die Knie zwang.

Den Skandal des Tages gab es in Bregenz bereits vor dem Anpfiff. Denn SW-Profi Dietmar Berchtold verweigerte am Tag der Arbeit eben diese und blieb auf Grund ausstehender Gehälter zu Hause. Die Mannschaft hatte dem Verein bis 30. April Zeit gegeben, die Gelder sind aber nach wie vor nicht überwiesen worden.

Unmittelbar nach dem Wechsel durfte Kärnten-Trainer Peter Pacult jubeln. Hota, bester Mann auf dem Platz, bediente Kabat per Lochpass, Bregenz-Goalie Nagel stürmte aus dem Tor und wurde vom Ungarn überhoben (48.). Danach vermissten die 3.800 Fans im Casino-Stadion die fällige Reaktion der Bregenzer, die sich kaum bis gar nicht gegen die drohende Niederlage stemmten.

Stattdessen hatten die Kärntner durch einen Bubalo-Kopfball (59., Nagel hält) die Chance auf die Vorentscheidung. Die Kärntner Nachlässigkeit rächte sich in der 77. Minute: aus dem Nichts glichen die Bregenzer aus, ähnlich wie beim Führungstreffer der Gäste bediente Klausz Schepens per Lochpass und dieser bezwang souverän Pavlovic.

Kärnten drückte auf die neuerliche Führung, den doppelten Machtball fanden die Gäste in der 94. Minute vor: bei einem Hieblinger-Schuss von der Strafraumgrenze machte sich Nagel lang, den Nachschuss aus kurzer Distanz vergab Kabat.

Sturm holt in Mattersburg einen Punkt
SV Mattersburg hat das Abstiegsgespenst wohl endgültig vertrieben. Die Burgenländer erreichten vor 13.200 Zuschauern im Pappelstadion gegen Sturm ein 2:2 (0:0) und liegen als Tabellen-Siebenter weiter acht Punkte vor Schlusslicht FC Kärnten. Der Polster der auf Rang acht vorgerückten Grazer auf den Abstiegsplatz beträgt sechs Zähler.

In der Anfangsphase hatte Sturm leichte Vorteile, Haas (4./Kopfball über das Tor) und Mujiri (7./Hedl parierte) sorgten erstmals für Gefahr vor dem Gehäuse der Gastgeber. Dann aber stellte sich der Aufsteiger besser auf den Gegner ein, doch Fülöp (16., 32.) vergab zwei Mal aus aussichtsreicher Position.

Nach dem Seitenwechsel machte es der Ungar besser, als er in der 50. Minute nach einem weiten Pass von Kausich den Ball vorbei an Sturm-Goalie Mandl zum 1:0 ins Tor spitzelte und danach seinen persönlichen Beitrag zu den Feierlichkeiten rund um die EU-Erweiterung leistete. Der "Balaton-Bomber" griff sich eine hinter dem Tor postierte ungarische Nationalflagge und zog im Pappelstadion unter dem Jubel der Fans seine Runden.

Schon zehn Minuten später war aber wieder Katerstimmung unter den Mattersburg-Anhängern angesagt. Nach einem Fehlpass von Kühbauer in der Vorwärtsbewegung zog Haas auf und davon und netzte staubtrocken zum 1:1 ein. Danach waren wieder die Mattersburger am Drücker. In der 73. Minute jagte Fülöp den Ball nach einem Gestocher aus rund elf Metern noch weit über die Querlatte, drei Minuten später allerdings stellte der Stürmer nach sehenswerter Vorarbeit von Mörz volley auf 2:1.

Wieder ließ die Antwort von Sturm nicht lange auf sich warten: Rabihou schaffte in der 78. Minute nach einem Stanglpass von Korsos das 2:2. Im Finish waren die Grazer zwar stärker, mussten sich aber mit dem Remis begnügen, wobei Silvestre in der 93. Minute noch eine gute Chance für Sturm vergab.

Dramatik in der Südstadt
Superfund Pasching feierte am Tag der Arbeit einen verdienten 2:1 (0:0)-Erfolg bei Admira und sind nun schon 15 Spiele in Serie ungeschlagen. Den Siegestreffer erzielte der eingewechselte Pichlmann nach Schoppitsch-Freistoß (93.), Linz hatte zwei Minuten zuvor die Führung durch Mayrleb (76.) ausgeglichen.

Die Admiraner (ohne Iwan) hatten besser begonnen als in den vergangenen Heimspielen. In der ersten halben Stunde diktierten sie das Geschehen gegen die inaktiven Paschinger, allerdings ergab sich nur eine einzige gute Chance, als Schicklgruber eine Ziervogel-Flanke an die Stange schlug.

Bald nach der Verletzung von Ledwon (20./Kiesenebner erhielt für das schwere Foul Gelb) fielen die Gastgeber aber zurück und Pasching wurde gefährlicher. Mayrleb (34./freistehend) und Kiesenebner (45./nach Zingler-Fehler aus ähnlicher Position wie bei seinem Länderspieltor gegen Luxemburg) scheiterten jedoch an Heu.

Nach dem Wechsel kam Pasching immer besser ins Spiel und ab der 60. Minute häuften sich auch die Chancen. Zingler rettete nach Kiesenebner-Stanglpass vor Mayrleb (61.), Heu parierte einen Mayrleb-Schuss (75.). Doch eine Minute später war es so weit, der bullige Oberösterreicher schoss nach Vorarbeit von Kirchler und Kiesenebner ein.

Admira hatte durch Linz (79.) nur eine Chance, kam aber im Finish neuerlich durch Linz doch zum glücklichen Ausgleich. Doch der in der 85. Minute aufs Feld gekommene Pichlmann, von Hatz nicht gut bewacht, antwortete ebenfalls nach einem Freistoß mit dem 2:1. Damit war die Revanche für das 0:4 vom Herbst geglückt und der Europacup bleibt für Pasching in Reichweite. (apa/red)

1.5.2004 17:48