Donnerstag, 29. April 2004

Aufregung im Box-Zirkus: Die Klitschko- Brüder wittern Betrug!

  • Angeblich Wladimirs Blut- & Urinproben verschwunden
  • Witali: "Hier arbeiten bösartige Mächte gegen uns"

Der Box-Zirkus hat einen neuen Aufreger: Nach der desaströsen Niederlage von Wladimir Klitschko gegen Lamon Brewster vor drei Wochen wittern die ukrainischen Brüder betrug. Laut einem Zeitungsbericht sollen die Urin- und Blutproben des 28-Jährigen verschwunden sein. Witali Kltischko, der zuletzt den WM-Titel nach WBC-Version gegen den Südafrikaner Corrie Sanders gewonnen hat, ist empört: "Hier arbeiten gewaltige bösartige Mächte gegen uns."

"Das ist Betrug, das ist so übel. So viele Fehler können kein Zufall sein", meinte der Neo-Weltmeister gegenüber der Münchner "Abendzeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

Laut Witali Klitschko hat Rechtsanwalt Ron diNicola die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Was immer den Einbruch im Ring verursacht hat, kommt nicht aus seinem Körper, sondern wurde von außen zugeführt", sagte Witali Klitschko über die Niederlage seines vier Jahre jüngeren Bruders.

In der Hamburger Universum Box-Promotion werden die Manipulations-Verdächtigungen distanziert zur Kenntnis genommen. Promoter Klaus-Peter Kohl hatte schon vor wenigen Tagen zur Zurückhaltung gemahnt. So lange es keine Fakten gebe, solle man nicht mit Spekulationen an die Öffentlichkeit gehen, hatte der Universum-Chef gefordert. "Wir sind verwundert, dass keine Beweise vorgelegt, die Spekulationen aber immer weiter vorangetrieben werden", sagte Universum-Pressesprecher Christoph Rybarczyk am Donnerstag.

Sanders erklärt Rücktritt
Corrie Sanders hat fünf Tage nach der Niederlage gegen Witali Klitschko seinen Rücktritt erklärt. "Das ist das Ende meiner Karriere. Ich bin froh, dass ich aufhöre, und es ist schön, sagen zu können, dass die Sache beendet ist", sagte der 38 Jahre alte Südafrikaner der Zeitung "Pretoria News".

"Der WBC-Verband sagte mir, dass er mich nach dem Kampf gegen Klitschko auf Platz zwei der Weltrangliste setzen will. Aber selbst, wenn mir jemand eine Million Dollar zahlen würde, würde ich Nein sagen. Es ist nicht nur eine Sache des Geldes, sondern auch der Gesundheit", wird der Ex-Weltmeister zitiert.

Corrie Sanders hängt nach 15 Jahren als Berufsboxer seine Handschuhe an den Nagel. Er hat 42 Kämpfe bestritten, von denen er 39 gewann (29 durch K.o.) und drei verlor. Am 8. März 2003 feierte er seinen größten Erfolg, als er sich in Hannover mit einem K.o.-Sieg in der zweiten Runde über Witalis jüngeren Bruder Wladimir Klitschko den Weltmeistergürtel der WBO sicherte.

(apa/red)

29.4.2004 12:32