Krach nach Ferrero-Niederlage: Bei Schwarz-Blau wird wieder gestritten!
- Böse Worte zwischen Haupt und Niederösterreichs VP
- Finz: 'Ferrero hat sich in Wien hervorragend geschlagen'
·Schüssel versteht Kritik von FPÖ nicht
Bundeskanzler hält nichts von Schuldzuweisungen
·Stadtrat Hahn kritisiert VP-Politik
Wr. VP-Kandidat: "Partei betreibt Wählervertreibung"
·Finz: "Ferrero in Wien hervorragend"
Wr. VP-Chef streitet schwache Leistung ab
·EU-Außenminister trösteten Ferrero
Erster Arbeitstag nach der BP-Wahl-Niederlage
·Brauchen wir einen Bundespräsidenten?
Heiße Diskussion entbrannt: Mitstimmen!
·Fischer zu Gorbach- Idee: "Nicht gut"
Vizekanzler favorisiert Schweizer Rotationsmodell
·Fischer will 'aktiver' Präsident sein
Er versprach: Mische mich nicht in Tagespolitik ein
·Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
Wird Heinz Fischer ein guter Bundespräsident?
·Pressestimmen nach der BP-Wahl
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Nach der Niederlage von Benita Ferrero-Waldner geht's in den Regierungsparteien rund. ÖVP und FPÖ schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Nachdem Jörg Haider eine Verantwortung zurückgewiesen hat - Strasser hatte dem Kärtner Landeshauptmann vorgeworfen, dass seine Wahlempfehlung kontraproduktiv gewesen sein - melden sich nun auch Bundeskanzler Schüssel und NÖ-Landeshauptmann Pröll zu Wort. Besonders heftig ist der Streit zwischen FP-Haupt und der NÖ VP.
Sozialminister Herbert Haupt macht die Volkspartei in Niederösterreich, in der Steiermark und in Wien für die Niederlage der ÖVP-Kandidatin verantwortlich. "In allen drei Bundesländern gelang es der ÖVP durch örtliche Ereignisse nicht, ihre Wähler zu mobilisieren", so Haupt.
NÖ-VP Karner: "Letzte politische Zuckungen eines abgehalfterten Vizekanzlers"
Die niederösterreichsiche ÖVP wies diese Darstellung prompt zurück. Es handle sich um "letzte politische Zuckungen eine abgehalfterten Vizekanzlers und abgehenden Ministers", reagierte Gerhard Karner, Landesgeschäftsführer der Volkspartei NÖ, am Dienstag umgehend und scharf auf Aussagen von FP-Bundesobmann Herbert Haupt. Haupt erliege "offensichtlich einer kompletten politischen Fehleinschätzung", er stelle sich damit als Regierungsmitglied selbst in Frage.
Die niederösterreichische FP-Landesparteiobfrau Barbara Rosenkranz wiederum bezeichnete Schuldzuweisungen an die Freiheitlichen als "perfid und lächerlich". Viel mehr würde das Wahlergebnis deutlich zeigen, dass die VP-NÖ "nicht das Ihre getan habe". Die VP-Landesorganisation habe sich "im Wahlkampf nicht sonderlich engagiert und Ferrero-Waldner geradezu boykottiert". Insgesamt sei in der Volkspartei NÖ "ein ausgesprochener Mangel an Loyalität gegenüber der Präsidentschaftskandidatin zu beobachten gewesen".
Landehauptmann Erwin Pröll: "Haider kennt sich in Niederösterreich nicht aus"
Für Pröll ist klar, dass nach der Niederlage von Benita Ferrero-Waldner bei der Präsidentenwahl "einiges gesprochen werden muss". Er werde das allerdings "nach innen tun", sagte der VP-NÖ-Landeschef am Dienstag in seiner ersten Reaktion auf den Wahlsonntag zum ORF NÖ. Zu Vorwürfen des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (F), die Volkspartei NÖ habe zu wenig für Ferrero-Waldner getan, meinte Pröll: "Ich glaube, der (Haider, Anm.) kommt in Kärnten nicht zurecht, geschweige denn, dass er sich in Niederösterreich auskennt."
Haider: "Versuch der ÖVP, ein Debakel schön zu reden"
Haider sagte am Montag in der ZiB 2, das sei "der Versuch der ÖVP, ein Debakel schön zu reden". Die Kritik Strasers lässt die Kritik nicht gelten und verweist darauf, dass Ferrero-Waldner in Kärnten mehr als 53 Prozent erzielt habe, in der ÖVP-Hochburg Niederösterreich sei aber der Einsatz für die VP-Kandidatin zu niedrig gewesen. Faktum sei, dass einige ÖVP-Landeshauptleute gut gearbeitet hätten, im Osten haben man Ferrero-Waldner aber aus einer Konkurrenzsituation heraus "im Regen stehen lassen".
Die Kandidatin Benita Ferrero-Waldner selbst sieht ihre Niederlage wiederum ganz anders: "Die linken Emanzen haben mir geschadet."
(apa)
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