Ferrero lässt nach Niederlage Dampf ab: "Linke Emanzen haben mir geschadet"
- ÖVP-interne Kritik nach der verlorenen Wahl
- Grüne erbost: "Ferrero schlechte Verliererin"
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Der Frust der Verliererin: Außenministerin Ferrero-Waldner sieht als einen der Gründe für ihre Niederlage bei der Präsidentschaftswahl, "dass viele einer Frau das Amt nicht zugetraut haben". Ferrero-Waldner attackiert "Emanzen", die sie nicht gewählt haben: "Natürlich haben die Emanzen geschadet, bewusst vor allem die linken Emanzen."
"Diese Politikerinnen werden aber nie mehr das Frauenthema spielen können. Sie haben schließlich genau das Gegenteil von dem gemacht, was sie offiziell propagiert haben", so Ferrero-Waldner in der "Presse" (Dienstag-Ausgabe). Im EU- Wahlkampf der ÖVP will die Außenministerin aktive Wahlhilfe leisten: "Ich unterstütze alle, die antreten - ganz klar." Und ihre Zusammenarbeit mit dem nächsten Bundespräsident Heinz Fischer werde "sicher professionell" sein, glaubt Ferrero-Waldner.
SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer konterte Ferrero, es fehle ihr immer noch am Verständnis dafür "was Frauenpolitik eigentlich ist". Frauen, so Prammer, wollen schließlich jemanden wählen, der glaubwürdig Frauenpolitik vertritt.
Und die Wiener Grünen reagierten gar erbost über die Äußerungen der Außenministerin. Frauensprecherin Monika Vana spricht von einer "völlig unangebrachten Wählerinnenbeschimpfung". Weiters meinte Vana: "Wer den Begriff 'Emanze' als Schimpfwort gebraucht, braucht sich nicht zu wundern, von Frauen nicht gewählt zu werden."
ÖVP-interne Kritik nach Niederlage
Nach der Hofburg-Wahl begann am Montag das Schuld-Herumgeschiebe. Der niederösterreichische Bundesgeschäftsführer Gerhard Karner gab der Wiener Landespartei die Schuld an der Niederlage, habe diese doch ein "desaströses Ergebnis" hervorgebracht. Die Wiener Partei wiederum beschuldigte die Hauptverbands-Vertreter aus der Wirtschaftskammer, mit dem Streit um den Wiener Kassenvertrag der eigenen Hofburg-Kandidatin geschadet zu haben.
Kritik an der Bundespartei kam aus dem Burgenland. Der dortige Landesvorsitzende Franz Steindl sieht eine Mitverantwortung der Regierungspolitik an der Ferrero-Niederlage. Die Menschen hätten kein Verständnis dafür, wenn Reformen zu schnell angegangen werden: "Da orte ich auf Bundesebene einige Defizite." Generalsekretär Reinhold Lopatka wiederum bestritt, dass die Bundespolitik mitgespielt habe: "Es war ein Wahlkampf zweier Persönlichkeiten, in dem der Amtsbonus des langjährigen Nationalratspräsidenten diesem einen Vorteil verschafft hat."
(apa/red)
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