Niedrige Wahlbeteiligung: Voggenhuber warnt vor Schwächung des EU-Parlaments!
- "Unter 50 Prozent wäre eine Katastrophe"
- UMFRAGE: Wen werden Sie am 13. Juni wählen?
·'profil': Nur 1/3 geht sicher zur EU-Wahl
LIF wird bei der EU-Wahl am 13. Juni nicht antreten
·EU-Wahl: Wen werden Sie wählen?
Polit-Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen
·EU-Wahl: LIF wird nicht antreten!
Richtige Kandidaten nicht zur Verfügung gestanden
·ÖVP nominierte Stenzel für EU-Wahl
Schüssel nannte sieben Mandate als Wahlziel
·EU-Wahl: Martin kandidiert alleine
"Ohne Mitstreiter und ohne Wahlkampfbudget"
·EU-Wahl: Krach in der SPÖ um Team
SPÖ nominiert Team, NÖ-Chefin Onodi lehnt ab
Der Grüne EU-Spitzenkandidat Voggenhuber hat vor einer Schwächung des Europäischen Parlaments durch eine niedrige Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen am 13. Juni gewarnt. Eine Wahlbeteiligung unter 50 Prozent - die sich abzeichne - wäre eine Katastrophe. Heftige Kritik übte er an der "Sudelkampagne" des EU-Abgeordneten Martin in der Spesendiskussion.
Voggenhuber räumte ein, dass es beim "Spesenunwesen" im EU- Parlament "Missstände" gebe. Aber er habe es fünf Jahre vor Martin aufgegriffen, so Voggenhuber. Im Gegensatz zu Martin habe er nie versucht, "persönlich zu kriminalisieren". "Hans-Peter Martin ist allen in den Rücken gefallen, die versucht haben, etwas zu ändern", so der Grüne EU-Parlamentarier.
Neben diesen "ärgerlichen Missständen" gebe es aber auch ein "anderes Parlament", so Voggenhuber, ein Parlament, das in wichtigen Fragen - wie in der Gentechnik - die fortschrittlicheren Positionen gegen die Staats- und Regierungschefs durchgesetzt habe. Wenn dieses Parlament durch eine niedrige Wahlbeteiligung am 13. Juni geschwächt werde, "reiben sich die Lobbyisten und die nationalen Regierungen die Hände".
Die EU befinde sich in einer "tiefen Akzeptanzkrise", so Voggenhuber. "Die Menschen werden in ihren Erwartungen enttäuscht. Die Menschen erwarten von der EU Aufgaben, die sie nicht erfüllen kann." Der Grüne EU-Parlamentarier fordert daher mehr finanzielle Mittel für Brüssel und mehr politische Einigung innerhalb der EU. Voraussetzung dafür wäre die Verfassung. Voggenhuber sprach sich dafür aus, die neue EU-Verfassung einer europaweiten Volksabstimmung zu unterziehen.
Die an diesem Wochenende vollzogene EU-Erweiterung bezeichnete Voggenhuber als "Fest". Priorität bei der nächsten Erweiterungsrunde hat für Voggenhuber der Balkan.
Kritik von SPÖ, ÖVP und FPÖ
Erwartungsgemäß kritisch äußerten sich Vertreter von SPÖ, ÖVP und FPÖ zu den Äußerungen des Grünen EU-Spitzenkandidaten Johannes Voggenhuber in der Fernseh-"Pressestunde". SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Swoboda vermisste konkrete inhaltliche Aussagen für ein künftiges Europa. ÖVP-Spitzenkandidat Ursula Stenzel und der freiheitliche EU-Parlamentarier Hans Kronberger lehnten Erhöhungen der Beitragszahlungen ab. (apa)
