Gewinner und Verlierer: Wer in Österreich Hauptprofiteur der EU-Erweiterung ist
- Austrian, Voest, Erste Bank, Wiener Städtische gewinnen
- Grenzregionen und Dienstleister müssen zittern
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Noch steht nicht fest, ob jeder Einzelne von uns nach der jetzigen Erweiterung der EU auf 25 Mitglieder zu den Gewinnern zählen wird, oder wieviel wir vielleicht verlieren. Aber bereits lange vor der EU-Erweiterung dieses Wochenende stand fest wer Grund zum Feiern hat und wer nicht. FORMAT listet die größten Profiteure aber auch die größten Verlierer des EU-Wachstums auf 25 Mitglieder auf - und warum die einen gewinnen und die anderen nicht.
Vagn Soerensen, als Chef der Austrian einer der potenziellen großen Gewinner, schwärmt von seiner Schwerpunktstrategie "Focus East": "Wir wollen das Passagieraufkommen von und nach Zentral- und Osteuropa bis 2008 um 50 Prozent erhöhen."
Johan Eliasch, Chef des Sportartikelherstellers Head, dagegen befürchtet: "Die EU-Erweiterung wird uns nur Mehrkosten bescheren. Wenn etwa die Löhne in unseremWerk in Tschechien noch steigen, werden wir gezwungen sein, weiter nach Osten zu wandern."
In Summe aber, darüber herrscht bei den allermeisten Experten Einigkeit, wird die Bilanz für Österreichs Wirtschaft weiterhin positiv ausfallen. Fritz Breuss, Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), hat die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der EU-Erweiterung auf alte und neue Mitglieder penibel analysiert. Sein Fazit: "In den ersten Jahren wird Österreichs Volkswirtschaft dadurch um 0,83 Prozent wachsen"
Die wichtigsten Gründe: Die neue Konkurrenz im Osten zwingt heimische Produzenten anfänglich zu noch größerem Kostenbewusstsein, was die Kaufkraft der Konsumenten stärkt und auch Österreichs Konjunktur ankurbelt. Im Gegenzug sollten die Gewinne heimischer Unternehmen durch noch stärkeren Handel mit den neuen Nachbarn zulegen.
Wer etwa High-Tech-Geräte wie Medizintechnik oder Büromaschinen produziert, wird sich über satte Ost-Exportzuwächse freuen dürfen. Wer hingegen bloß Bekleidung herstellt oder als Forstwirt vom Holzverkauf leben muss, auf den kommen harte Zeiten zu.
Besonders optimistisch dürfen die heimischen Banken und Versicherungen sein. Erste Bank, Bank Austria Creditanstalt oder RZB zählen schon jetzt zu den Top-Playern in der Region. Das Trio verdient schon heute mehr im Osten als daheim. Erste-Bank-Chef Andreas Treichl casht 54 Prozent des Konzerngewinns oder 189,7 Millionen Euro von seinen Osttöchtern ab. Treichl über das Wachstumspotenzial: "Wir werden weiter profitieren, weil in den neuen EU-Mitgliedsländern der westliche Standard noch lange nicht erreicht ist." Im Klartext: Tschechen oder Slowaken werden noch mindestens 20 Jahre lang reichlich um Kredite vorstellig werden.
Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen EU-Sonderausgabe zur EU-Erweiterung der Zeitschrift FORMAT
