Dienstag, 27. April 2004

Vor dem EU-Beitritt: Jetzt fallen die letzten Grenzsperren zu Slowenien!

  • Panzerigel von 1991 werden noch rechtzeitig entfernt
  • Zeichen der Offenheit im Grenzgebiet zu Slowenien

Vor dem EU-Beitritt Sloweniens trifft unser Bundesheer noch die letzten Vorbereitungen: Die stählernen Barrieren an der Grenze, auch Panzerigel genannt, wurden abmontiert.

Die Barrieren fallen! Tausende stählerne Panzerigel haben in der Krisensituation während des Unabhängigkeitskrieges Sloweniens gegen die jugoslawische Bundesarmee im Sommer 1991 die steirischen Grenzübergänge geschützt. Jetzt montiert sie das Bundesheer ab. Denn mit dem EU-Beitritt Sloweniens werden sie nun nicht mehr gebraucht. Zu Wochenbeginn hoben Pioniere des Jägerbataillons 17 aus Strass die letzten der 182 jeweils rund 360 Kilogramm schweren Panzerigel aus dem Feld hinter dem Zollgebäude im südoststeirischen Sicheldorf. Damit fallen die letzten Grenzzeichen gerade rechtzeitig vor Sloweniens EU-Beitritt am 1. Mai.

3500 Panzersperren in der Steiermark
Wie das österreichische Bundesheer anlässlich des Abbaus der Sperren ausdrücklich betonte, waren diese Anlagen nicht wegen irgendeiner Bedrohung errichtet worden, die von Slowenien ausgehen hätte können. Die Ungewissheit der Entwicklung am Balkan machte diese Maßnahmen notwendig. Rund 3.500 der stählernen Panzersperren waren in der Steiermark ausgelagert. In Sicheldorf wurde am Montag das Sperrwerk am Grenzübergang entfernt.

Gleich hinter Sicheldorf führt die slowenische Staatsstraße 441 ins nahe Murska Sobota - den Nachbarn war man schon jahrzehntelang trotz der Sperren nahe. Als besonderes Zeichen der Offenheit gegenüber den neuen, alten Nachbarn wurde auf Initiative des Bezirkshauptmanns von Radkersburg, Alexander Majcan, die Sperranlage entfernt. Im Beisein des Garnisonskommandanten von Strass, Major Siegfried Mikusch und des Garnisonskommandanten von Bad Radkersburg Hauptmann Thomas Stacher sowie Vertretern der Zollwache, der Gendarmerie und der gegenüber liegenden slowenischen Gemeinden Gederovci, Krajna und Sodisinci und anderer des "Übermur" (Prekmurje)-Gebietes, hoben Pioniere die zentnerschweren Igel auf Lkw. Die entfernten Panzerigel werden laut Bundesheer zunächst zentral gelagert und teilweise in der Ausbildung verwendet. Der überzählige Rest soll als hochwertiges Altmetall verkauft werden. (apa, red)
(apa/red)

27.4.2004 17:20