Samstag, 1. Mai 2004

Israelischer Vorstoß: Achtjähriger Junge im Gazastreifen erschossen

  • Mehrere Jugendliche bei Auseinandersetzungen verletzt
  • Soldaten sollen auf Steinwerfer gefeuert haben

Israelische Soldaten haben nach palästinensischen Angaben einen achtjährigen Jungen im Gazastreifen erschossen. Der Junge sei von einer Kugel in den Kopf getroffen worden, berichteten Augenzeugen und Ärzte. Mehrere weitere Palästinenser wurden demnach bei einem Vorstoß israelischer Truppen in das Flüchtlingslager Khan Yunis verletzt.

Wie Krankenhausmitarbeiter in Gaza erklärten, wurden insgesamt zwölf Menschen verletzt, die meisten davon Jugendliche. Nach Militärangaben eröffneten Soldaten im Flüchtlingslager Khan Yunis das Feuer auf Palästinenser, nachdem eine Panzerabwehrrakete auf eine nahe gelegene Siedlung abgefeuert worden war. Darüber hinaus seien Brandbomben auf mehrere Außenposten der Armee geschleudert worden.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, Soldaten hätten von einem Wachturm auf eine Menge palästinensischer Steinewerfer geschossen. Die Menge habe Steine auf einen Bulldozer der Armee geworfen, der in der Nähe einer Siedlung einen Graben aushob. Von den zehn Menschen, die bei diesem Zwischenfall verletzt wurden, waren nach Krankenhausangaben sieben unter 15 Jahre alt.

Im Norden Gazas wurden zwei Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren von israelischen Soldaten verletzt. Nach Armeeangaben waren die beiden in ein Gebiet nahe einer Siedlung eingedrungen, dessen Betreten für Palästinenser verboten ist. (apa/red)

1.5.2004 21:44