Powell warnt Italien: "Keine Kompromisse mit Geiselnehmern"
- "Keine falschen Eindrücke wecken"
- Tausende nahmen an Demo der Geisel-Familien teil
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Nach der Demonstration der Familien der im Irak entführten Italiener in Rom hat der US-Außenminister Colin Powell die italienische Regierung aufgefordert, "Standhaftigkeit" in der Geiselkrise zu zeigen. Andernfalls werde Italien den Eindruck vermitteln, dass Geiselnahmen lohnenswert seien und dass Entführer die Geiseln politisch verwenden können, meinte Powell.
"Ihr Italiener solltet alles Mögliche unternehmen, um die Geiseln zu finden und sie zu befreien. Ihr müsst aber auch Standhaftigkeit vor den Entführern und Terroristen zeigen, sehr umsichtig sein und nicht den Eindruck wecken, dass ihr zu einem Kompromiss bereit seid", betonte Powell im Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa".
Tausende Demonstranten hatten sich am Donnerstag an einer Demonstration in Rom beteiligt, um die Befreiung der im Irak entführten italienischen Geiseln zu fordern. Die drei Italiener waren am 12. April in Hände von irakischen Aufständischen gefallen. Eine vierte italienische Geisel war kurz danach vor laufender Kamera von den Geiselnehmern, die sich "Grüne Brigaden" nennen, erschossen worden.
Die Kidnapper hatten am Montag gedroht, sie würden die Geiseln töten, falls "das italienische Volk" nicht Proteste gegen die italienische Militärpräsenz im Irak organisiere. Die Demonstration sei "für den Frieden und nicht gegen die italienische Regierung", sagte die Schwester eines der Entführungsopfer.
Powell bestritt, dass wegen der vielen amerikanischen Opfer die Öffentlichkeit in den USA den Abzug der Truppen fordern könnte. "Die Amerikaner haben bewiesen, Opfer für einen ehrenwerten Grund akzeptieren zu können. Wie lange werden sie diese Opfer dulden? "Zählen wir einmal unsere Opfer bei der zweimaligen Befreiung Europas im vergangenen Jahrhundert und wir werden die Antwort haben. Wir sind ein Volk, das seine Richtung nicht ändert, solange das Ziel nicht erreicht worden ist", meinte Powell.
(apa/red)
