Gaza-Streifen Israelische Soldaten töten 14-jährigen Palästinenser
- Unklar, ob Kugel in Rücken oder Kopfschuss
- Israel hat angeblich neuen Hamas-Führer identifiziert
Israelische Soldaten haben am Montag im Norden des Gazastreifens einen 14-jährigen Palästinenser erschossen. Eine Kugel habe Ibrahim Mussa el Mukajad im Rücken getroffen, als die Armee in Bet Lahia das Feuer auf Steine werfende Jugendliche eröffnete, sagten Mediziner und Augenzeugen. Andere Quellen sprachen davon, dass er von einem israelischen Scharfschützen mit Kopfschuss getötet worden sei.
Der Jugendliche ist der 3.944 Tote seit Beginn der Intifada im September 2000. 2.974 der Opfer waren Palästinenser, 900 Israelis.
Bei einem israelischen Vorstoß in Bet Lahia waren vergangene Woche mindestens 16 Palästinenser getötet und mehr als 90 verletzt worden. Die Armee war in die Ortschaft eingedrungen, um den Raketenbeschuss israelischer Siedlungen und Ortschaften zu unterbinden.
Neuer Hamas-Führer identifiziert
Israel hat unterdessen nach eigenen Angaben den neuen Hamas-Führer im Gazastreifen identifiziert. Nach der gezielten Tötung von Abdelaziz Rantisi am 17. April sei Mahmud Sahar zu dessen Nachfolger ernannt worden, berichteten drei Zeitungen am Montag unter Berufung auf Militärinformationen. Die Hamas wies die Berichte zurück. Die militante Palästinensergruppe hält die Namen ihrer Führer geheim, seit Israel Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin liquidiert und die Auslöschung der gesamten Führungsriege der Organisation angekündigt hat.
Der israelische Militärchef Moshe Jaalon sagte der Zeitung "Yediot Ahronot", der neue Hamas-Führer habe den Posten nur widerwillig angenommen. Jaalon sprach nicht direkt von Sahar, nach Angaben von Militärsprechern bezog er sich jedoch auf den prominenten Hardliner. Sollte Sahar die Terroranschläge der Hamas gegen Israel stoppen, sei er von den angekündigten Angriffen gegen die Führungsriege der Organisation ausgenommen, betonte Jaalon.
Sahar, der frühere Leibarzt von Yassin, gilt als Hardliner, der jegliche Einigung mit Israel und auch Kompromisse mit der palästinensischen Autonomiebehörde ablehnt. In Gerüchten war nach Rantisis Tod bereits von Sahar als dessen Nachfolger die Rede, eine offizielle Bestätigung dafür gab es jedoch nicht.
(apa)
