Montag, 26. April 2004

Korruptionsaffäre: Entgeht israelischer Premier Sharon einem Prozess?

  • Laut Justizministerium zu wenige Beweise

Das israelische Justizministerium hat sich einem Fernsehbericht zufolge gegen die Eröffnung eines Korruptionsprozesses gegen Ministerpräsident Sharon ausgesprochen. Ein von Generalstaatsanwalt Meni Masus zusammengestelltes Expertenteam sei zu dem Schluss gekommen, dass die Beweise für eine Anklage nicht ausreichten, hieß es.

Der Bericht muss nun der ermittelnden Staatsanwältin zur Stellungnahme vorgelegt werden. Ende März hatte sie noch eine Anklage empfohlen. Das letzte Wort hat aber Generalstaatsanwalt Masus. Mit seiner Entscheidung wird innerhalb des kommenden Monats gerechnet.

Sharon wird vorgeworfen, Bestechungsgelder von einem bereits angeklagten Geschäftsmann angenommen zu haben. Die von Masus berufenen Experten vertraten dem Fernsehbericht zufolge die Auffassung, es gebe zwar Hinweise auf ein Fehlverhalten Sharons, sie reichten aber zur Erhebung einer Anklage nicht aus. Im Falle einer Anklage wäre der Regierungschef wahrscheinlich zum Rücktritt gezwungen.

(apa)

26.4.2004 10:16