Sonntag, 2. Mai 2004

Schüssel besucht Bukarest: "Rumänien ist auf gutem Weg in die EU"

  • Rumänen peilen Beitritt für das Jahr 2007 an
  • Schüssel mit Nationalorden ausgezeichnet

Bundeskanzler Schüssel sieht Rumänien auf einem gutem Weg in die Europäische Integration. "Die Regierung hat viel getan für die Vorbereitung des Landes auf die EU", sagte Schüssel am Montag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Adrian Nastase in Bukarest. Rumänien habe von 30 geforderten Kapiteln bereits 70 Prozent erledigt.

Nastase bekräftigte die Hoffnung, dass Rumänien die Beitrittsverhandlungen noch 2004 oder 2005 abschließen werde, um der Union 2007 beizutreten. Offene Fragen gibt es vor allem in den Bereichen Justiz und Inneres, räumte Nastase ein. Auch das Problem der Korruption müsse erst in den Griff bekommen werden. Seitens Rumänien wurde der österreichischen Delegation eine Liste mit allen Punkten überreicht, die noch heuer abgearbeitet werden soll. Schüssel war voll des Lobes. "Genauso macht man das."

Schüssel mit rumänischen Nationalorden ausgezeichnet
Schüssel ist bei seinem offiziellen Besuch von Präsident Ion Iliescu der Nationalorden "Stern Rumäniens im Rang des Großkreuzes" verliehen worden. Iliescu erklärte, Rumänien bedanke sich mit dieser höchsten Auszeichnung für die Unterstützung Österreichs. Schüssel sagte in seiner Dankesrede: "Rumänien ist unser Freund und strategischer Partner".

Diskussion um EU-Beitrittsdatum
Dass sein Besuch zwei Tage nach dem Beitritt von zehn neuen Ländern in die EU erfolgte, hatte für den Bundeskanzler auch symbolische Bedeutung. Die am 1. Mai begonnene Wiedervereinigung Europas sollte mit Rumänien, Bulgarien und Kroatien fortgesetzt werden.

Seitens der EU-Delegation in Rumänien hält man das des Öfteren bereits in Frage gestellte Beitrittsdatum 2007 an sich für möglich. Dass die Verhandlungen aber wie beabsichtigt noch heuer abgeschlossen werden, sei unwahrscheinlich, sagte Delegationsleiter Jonathan Scheele. Schüssel zeigte für verschiedene Defizite Rumäniens Verständnis. Das Land habe unter der Diktatur von Nicolae Ceaucescu viel Zeit verloren.

Nach seinem Treffen mit Nastase absolvierte Schüssel noch einen Besuch beim vom Vorarlberger Jesuitenpater Georg Sporschill betreuten Sozialprojekt "Concordia". Zum Abschluss stand ein Gespräch mit Staatspräsident Ion Iliescu auf dem Programm. (apa/red)

2.5.2004 22:21