Sonntag, 2. Mai 2004

Finale bei Arbeiterkammerwahlen in Wien: Heute Start im letzten Bundesland

  • Acht Fraktionen und 605.943 Wahlberechtigte dabei
  • Favorit FSG peilt eine Zweidrittelmehrheit an

Wien startet heute als letztes Bundesland die Arbeiterkammerwahl. Acht Listen bewerben sich um 180 Mandate - bis zum 14. Mai können 605.943 Wahlberechtigte ihre Stimme für eine von acht kandidierenden Fraktionen abgeben. Als haushoher Favorit gilt die Fraktion Sozialdemokratische Gewerkschafter/innen (FSG) mit AK-Präsident Herbert Tumpel an der Spitze. Ihr Wahlziel ist das Erreichen der Zweidrittel-Mehrheit.

Acht Listen bewerben sich um die 180 Mandate in der Kammer-Vollversammlung. Favorit ist die Fraktion Sozialdemokratische Gewerkschafter/innen (FSG) unter Präsident Tumpel.Er rief per Aussendung auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen: "Wer will, dass die Regierung mehr auf die Arbeiterkammer hört, muss wählen gehen."

Rund die Hälfte (50,5 Prozent) der Wahlberechtigten, 306.125, können in insgesamt 1.375 Betriebswahlsprengeln direkt am Arbeitsplatz wählen. Die andere Hälfte, 299.818 (49,5 Prozent), hat die Möglichkeit, ihre Stimme auf AK-Kosten per Brief abzugeben. Briefwähler können außerdem in einem öffentlichen Wahllokalen (in den vier Wiener AK-Büros sowie im Marktamtsgebäude am Brunnenmarkt) wählen gehen, auch wenn sie ihre Wahlkarte nicht bei sich haben.

Bei der letzten Wahl im Jahr 2000 kam die FSG auf 64,1 Prozent der Stimmen und erreichte 118 von 180 Mandaten. Der ÖAAB-Christliche Gewerkschafter erzielte 16,6 Prozent (30 Mandate), die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) 8,7 Prozent (16 Mandate), und die Liste "Alternative und Grüne GewerkschafterInnen / Unabhängige GewerkschafterInnen" (AUGE/UG) 4,8 Prozent (acht Mandate).

Weiters treten auch die Liste "Grüne Arbeitnehmer" (GA), das "Bündnis Mosaik - Liste Levent Öztürk" (BM), die Liste "Gewerkschaftlicher Linksblock" (GLB) sowie die "Bunte Demokratie für Alle" (BDFA).

Für Verärgerung bei der Liste AUGE/UG, die den Grünen in Parlament und Landtag nahe steht, sorgt das Antreten der Liste "Grüne Arbeitnehmer" (GA). Klaudia Paiha, Spitzenkandidatin von AUGE/UG unterstellt angesichts eines Inserats der GA in der "Kronen Zeitung" Wählertäuschung und prüft laut einer Aussendung rechtliche Schritte. Es werde versucht, "mit falschen Tatsachen um grüne Stimmen zu werben". Man habe mit dieser Liste nichts zu tun, betonte auch die Grüne Gemeinderätin Monika Vana.

Vorläufige Bilanz der AK-Wahlen: FSG legte zu, ÖAAB verlor
Zusammen mit Niederösterreich, wo aber schon seit 27. April gewählt wird, ist Wien das letzte Bundesland, in dem der Urnengang stattfindet. In den sieben bereits abgeschlossenen AK-Wahlen konnte die FSG jeweils dazugewinnen, und wo sie schon bisher vorne lag, hat sie nun durchwegs eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Der ÖAAB konnte in Vorarlberg und Tirol zwar seine Mehrheit behaupten. Im Ländle büßten die Christgewerkschafter aber ihre Absolute ein. (apa/red)

2.5.2004 22:16