Mittwoch, 28. April 2004

Keine Haider-Rückkehr an die FP-Spitze: Kärnten-LH spricht von 'Erfindung der ÖVP'

  • Heftige Kritik an Volkspartei und ORF-Berichterstattung
  • "Bin momentan als Landeshauptmann sehr glücklich"

Jörg Haider kehrt doch nicht an die FPÖ-Spitze zurück: Als reine Erfindung bezeichnete der Kärntner Landeshauptmann am Donnerstag Spekulationen über eine Obmanndebatte bei den Freiheitlichen. Er machte die ÖVP dafür verantwortlich, heftige Kritik übte Haider am ORF, dieser habe die Meldung "völlig ungeprüft" in der ZiB gebracht.

"Die Zeit der Erfindungen ist angebrochen", sagte Haider am Rande eines Pressegesprächs in Klagenfurt zu den am Mittwochabend aufgetauchten Gerüchten, man habe ihn gebeten, wieder Bundesparteichef zu werden. "Da lese ich in Wiener Zeitungen, dass Sitzungen stattgefunden haben, bei denen ich etwas gesagt hätte", bloß habe es diese Sitzungen nie gegeben. Haider: "Ich kann mir das nur so vorstellen, dass ORF-Chefredakteur Mück mit der Kanzler-Pressesprecherin Glück und dem Bundeskanzler zusammen gesessen sind und diskutiert haben, wie man von der Wahlniederlage der ÖVP ablenken kann."

Auf die Frage, ob er nun wieder FPÖ-Chef werden wolle, sagte Haider: "Ich bin momentan als Landeshauptmann sehr glücklich." Außerdem sei mit Bundesparteiobmann Herbert Haupt ohnehin "ein Kärntner im Dienst". Es sei auch gar nicht notwendig, dass er wieder an die Parteispitze zurück kehre, denn "von Kärnten aus steuern wir die wirklich wichtigen Dinge auf Bundesebene auch so".

In der "ZiB1" vom Mittwoch wurde berichtet, dass angeblich hohe FPÖ-Funktionäre den Kärntner Landeshauptmann gebeten hätten, wieder den Parteivorsitz zu übernehmen. Haider habe allerdings abgesagt. Auch der amtierende FPÖ-Chef Herbert Haupt erklärte auf Anfrage, er habe, so wie der Klubobmann (Herbert Scheibner, Anm.) und die Generalsekretärin (Magda Bleckmann, Anm.), selbst erst aus "ZiB1" von der angeblichen Bitte an Haider erfahren.

Bereits im Sommer 2003 war immer wieder über eine Rückkehr Haiders an die Parteispitze spekuliert worden - und Haider selbst hatte dabei wiederholt durchblicken lassen, in diesem Sinn auch bereits eine Absprache mit Haupt getroffen zu haben. Letztendlich konnte sich Haupt allerdings als FPÖ-Chef halten. Ihm wurde jedoch im Oktober 2003 Haiders Schwester Ursula Haubner als geschäftsführende Parteiobfrau zur Seite gestellt - und das Vizekanzleramt musste der Sozialminister an Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) abgeben. (apa/red)

28.4.2004 20:34