Landesschulrat ärgert sich über "Nackt-Demo": "Lasse mich nicht sekkieren"!
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·'Unterhosen'-Demo gegen Kleiderverbot
Schülerinnen strippten vor dem Landesschulrat!
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"Dessous-Demo" gegen "Kleider-Ordnung"! Rund 120 Schüler - davon einige nur knäpplich bekleidet - protestierten beim Landesschulrat in Linz. Grund: Der Beschluss einer strengen Kleidervorschrift an der Hauptschule Ohlsdorf. Reaktion: Ärger. "Ich werde bei diesem Kasperltheater nicht länger mitspielen", sagte Landschulratspräsident Enzenhofer nach einer Diskussion mit Dessous-Demonstranten in seinem Büro.
Oranisiert wurde der Protest von der SPÖ-nahen Aktion Kritischer Schüler (AKS). Die Schüler trafen sich gegen 13.00 Uhr bei bewölktem Wetter vor dem Landesschulrat. Die Teilnehmer demonstrierten mit Plakaten und Trillerpfeifen gegen die Kleidervorschrift der Hauptschule Ohlsdorf. Das Schulform hatte beschlossen, dass die Kleidung dem Unterricht "angemessen" sein solle und: Kleidung mit Schimpf- oder gewaltverherrlichenden Worten sei verboten. Damit soll verhindert werden, dass die Schüler mit allzu freizügiger oder mit anstößigen Sprüchen versehener Kleidung in die Hauptschule kommen.
Besondere Kritik übten die Demonstrationsteilnehmer an Landesschulratpräsident Enzenhofer, dem die AKS "die Zustimmung zu einer gesetzeswidrigen Handlung" vorwirft. Es sollten alle Schüler frei entscheiden können, was sie anziehen möchten - auch in der Schule, so ein sichtlich frierender Schüler in knappen Unterhosen. Die Verordnung in Ohlsdorf sei "ein klarer Einschnitt in die Demokratie an den Schulen. Wir lassen uns unsere Rechte nicht mit den Füssen treten", so die demonstrierenden Schüler.
Enzenhofer lud eine kleine Delegation der "Unterhosen-Demonstranten" zu einer kurzen Diskussion in sein Büro. Dort entblößte sich dann eine bis zu diesem Zeitpunkt noch bekleidete Schülerin bis auf BH und Höschen und übergab Enzenhofer ein bauchfreies T-Shirt. Es folgte eine angeregte Diskussion. Die AKS deponierte erneut ihre Vorwürfe und forderte in der Causa Ohlsdorf die Tagung eines Schulausschusses.
Präsident Enzenhofer stellte sich anfangs geduldig den Fragen der fast nackten Schüler: "Die Verordnung in Ohlsdorf ist durchaus richtig. Das Ergebnis beruht auf einer basisdemokratischen Abstimmung von Eltern, Lehrern und einer Vertretung der Schüler, das haben wir alle zu akzeptieren", so Enzenhofer. Man habe keine Gesetze gebrochen und lasse sich daher auch nicht mehr länger "sekkieren". Jedes Kleidungsstück habe seinen Platz, "manches halt nicht unbedingt in der Schule". Vielleicht seien manche Aussagen des Schuldirektors "nicht ganz O.K." gewesen, aber diese seien auf Grund der mangelnden Erfahrung mit der Presse zu entschuldigen.
Die AKS versuche "medienwirksame Provokationen zu setzen, da in zwei Monaten die Wahlen der Schülervertreter anstehen und dieser Fall jetzt als Eigenwerbung genutzt wird", vermutete Enzenhofer. Nach rund zwanzig Minuten erklärte der sichtlich verärgerte Landesschulratspräsident das Gespräch in seinem Büro für beendet. Die Schüler setzten dann zu einem Demonstrationszug durch die Linzer Innenstadt an. Vor dem Landhaus kam es dann noch zu einer Abschlusskundgebung. (apa)
