Belastung ohne Ende: Halbe Million Österreicher leidet unter Lkw-Lärm
- VCÖ fordert Nachtfahrverbot und Tempolimits
- Kommt Lkw-Maut für das gesamte Straßennetz?
Mehr als eine halbe Million Österreicher leidet unter dem Lärm von Lastwagen. Das ergab eine Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Die Hälfte davon wird im Schlaf von den Brummis gestört, so der VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria. Gefordert wurde ein wirksameres Nachtfahrverbot, niedrigere Tempolimits und eine Lkw-Maut für das gesamte Straßennetz.
Wie Sprecher Christian Gratzer erklärte, verlangt der VCÖ eine Ausdehnung des Nachtfahrverbotes auf alle Schwerfahrzeuge. Seit 1998 sei während dieser Stunden der Betrieb von so genannten lärmarmen Lastwagen erlaubt, mittlerweile entsprechen jedoch schon rund 90 Prozent diesen Kriterien. In besonders lauten Gegenden sollen zudem die Tempolimits gesenkt werden. Eine weitere Maßnahme sei die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut. Diese müsse im Rahmen der Wegekostenrichtlinie mit der EU ausgehandelt werden, so Gratzer.
Anlässlich des bevorstehenden internationalen Tages gegen Lärm, der am kommenden Mittwoch stattfindet, verwies der VCÖ auf die gesundheitlichen Folgen von Verkehrsgeräuschen. Die dauerhafte Belastung führe zu Bluthochdruck, Stresssymptomen und erhöhtem Herzinfarktrisiko, so Wolfgang Rauh vom VCÖ.
Der Lkw-Verkehr werde in den kommenden Jahren stark zunehmen, prognostizierte Rauh. In einigen Regionen Österreichs würden bis zum Jahr 2010 zwei- bis drei Mal so viele Brummis unterwegs sein, wie derzeit.
Die akustische Belastung durch die Lkw bringe auch höhere Kosten mit sich: Rund 790 Mio. Euro macht dies pro Jahr aus, rechnete der Experte vor. Dauerhafter Verkehrslärm verringere den Wert von Immobilien, senke die Einnahmen für Erholungs- und Tourismusgebiete und verursache Krankheitskosten. (apa)
