Klimaanlagen in Autos: Extrem schädlich für die Umwelt
- 10% höherer Verbrauch, Kältmittel belasten Atmosphäre
- In Deutschland 87% der Neuwagen mit Klimaanlage
Eine starke Gefährdung der Umwelt durch Kfz-Klimaanlagen sehen der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Nach Angaben der Experten erhöht sich der Energieverbrauch eines Pkw durch eine Klimaanlage um etwa zehn Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass während des Betriebs und bei der Entsorgung große Mengen des extrem klimaschädlichen Kältemittels in die Atmosphäre gelangen.
Im Jahr 2012 wird die deutsche Autoflotte allein durch Kältemittelverluste das Klima so stark belasten wie ein Braunkohlekraftwerk, berichtet die Internet-Zeitung ngo-online.de.
Die Umweltschützer fordern daher, dass sich Bundesumweltminister Trittin dafür einsetzt, dass der EU-Ministerrat bei der bevorstehenden Entscheidung über neue Kältemittel für Klimaanlagen die umweltverträglichste Lösung wählt. Das sei auch im Interesse der deutschen und europäischen Automobilindustrie, die bei der Entwicklung emissionsarmer Klimaanlagen weltweit führend sei, so die Umweltschützer. "Das heute übliche Kältemittel Tetrafluorethan (R134a) ist ein extrem klimaschädliches Treibhausgas und muss möglichst rasch ersetzt werden", so Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut.
Die von BMW, Audi und Toyota entwickelte Kohlendioxid-Technologie sei so weit fortgeschritten, dass sie bereits in vier Jahren den bisherigen Standard ablösen könne. Difluorethan, das vor allem von US-amerikanischen Unternehmen favorisiert werde, berge als brennbares Gas größere Sicherheitsrisiken.
Bereits 87% der deutschen Neuwagen mit Klimaanlage
Der Vormarsch von Autoklimaanlagen sei kaum noch aufzuhalten, obwohl sie nach Ansicht der Umweltschützer zum Beispiel in Mitteleuropa nicht nötig wären. Von den im Jahr 2002 rund 3,3 Mio. neu zugelassenen Pkw in Deutschland haben bereits 87 Prozent eine Klimaanlage. (pte/Red.)
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