Wahrheit statt Mythos: Sisi-Museum in der Hofburg eröffnet
- Zum Gedenken an den 150. Hochzeitstag der Kaiserin
- Mythos Sisi wird im Museum als Legende entlarvt
Wien ist um eine Attraktion reicher: Seit 24. April ist das neue Sisi-Museum in der Hofburg für Besucher geöffnet. Es widmet sich dem Leben - und dem Mythos - der österreichischen Kaiserin Elisabeth (1837-1898), die als "Sisi" in die Geschichte eingegangen ist. Der Eröffnungstermin ist nicht zufällig. Am 24. April jährt sich zum 150. Mal der Hochzeitstag von Elisabeth und Kaiser Franz Joseph.
Das Museum spannt in sechs Räumen einen Bogen vom Tod der Herrscherin in Genf und der daraufhin beginnenden Mythenbildung hin zum unsteten Leben sowie der Persönlichkeit Elisabeths. Das Bild einer stets selbslosen und beliebten Kaiserin wird dabei als Legende entlarvt.
"Heute ist der Mythos Produkt geworden, der sich sehr gut verkauft. Dazu können wir aber nichts beitragen, wir wollen die echte Person sichtbar machen", betonte der Geschäftsführer der für das Museum zuständigen Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft, Kippes, bei der Eröffnung am Freitag.
Der Rundgang im neuen Museum beginnt mit dem Ende der historischen Sisi, die am 10. September 1898 in Genf vom italienischen Anarchisten Luigi Luccheni ermordet wurde: Das Publikum wird mit der Totenmaske der Kaiserin konfrontiert. Auch Bilddokumente vom Begräbnis sind zu sehen. Gezeigt wird auch, wie aus Elisabeth die Ikone Sisi entstand. Vor allem das Medium Film spielte hier eine große Rolle. Als Höhepunkt dieser Entwicklung gilt die legendäre "Sissi"-Trilogie mit Romy Schneider.
Die Kosten für die Errichtung des Sisi-Museums wurden am Freitag mit rund 800.000 Euro beziffert. Der Eintritt ist im Hofburg-Ticket inkludiert, das 7,50 Euro kostet. Mit der Eintrittskarte können Gäste nicht nur das Sisi-Museum sehen, sondern die angeschlossenen - und ebenfalls erst kürzlich renovierten - Kaiserappartements mit den Privatgemächern der Kaiserin.
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