Johanna Dohnal kritisiert Ferrero-Waldner: Frauenpolitik nicht begriffen!
- Ferrero-Waldner-Äußerungen über Feminismus und Frauenpolitik seien empörend!
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Jetzt meldet sich die frühere Frauenministerin Johanna Dohnal zu Wort: Sie empfindet die jüngsten Aussagen von ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Ferrero-Waldner über Feminismus und Frauensolidarität als "empörend":
"Wenn eine Frau, die niemals in ihrem Leben für die Beseitigung von Ungleichheiten, für das Ausräumen von Abhängigkeiten und die gezielte Förderung der Eigenständigkeit von Frauen auch nur einen Finger gerührt hat, jetzt im Wahlkampf Frauensolidarität einfordert, ist das ungeheuerlich."
Dohnal hofft, dass die Frauen, die tagtäglich von der realen Politik dieser Bundesregierung unter Mitverantwortung von Ferrero-Waldner negativ betroffen sind, jetzt nicht auf das oberflächliche Werben mit dem Frausein hereinfallen. "Frauenpolitik und Emanzipation bedeutet nicht alles überdeckende Schwesterlichkeit, sondern ehrliches Engagement zur Beseitigung von Abhängigkeiten", sagte Dohnal. Das habe Ferrero-Waldner ganz offensichtlich nicht verstanden, erinnerte Dohnal an Ferreros Verständnis von Frauenpolitik, das darin zum Ausdruck komme, wenn sie von ihrer "Zugehfrau" spreche.
Nur 7 von 40 wichtige Posten des Außenamts mit Frauen besetzt
Dohnal gab zu Bedenken, dass Ferrero-Waldner in ihrem eigenen Ministerium nicht das geringste zur Förderung ihrer weiblichen Mitarbeiterinnen getan habe. Nur sieben der 40 wichtigsten Posten des Außenamtes sind mit Frauen besetzt, alle sieben Sektionschefs sind Männer. Und: Ferrero habe alle Maßnahmen von Schwarz-Blau, die die Frauen unmittelbar negativ treffen, mitbeschlossen: von der Anhebung des Frühpensionsalters ohne arbeitsmarktpolitische Ausgleichsmaßnahmen über die Erhöhung von Abschlägen bei frühzeitigem Pensionsantritt bis hin zur Einschränkung der Mitversicherung. "Das alles hat Ferrero-Waldner widerspruchslos und ohne mit der Wimper zu zucken mitgetragen", kritisierte Dohnal, "sie hat damit über Jahre hinweg bewiesen, dass sie nicht Politik für die Frauen, sondern gegen die Frauen macht".
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