Mittwoch, 21. April 2004

So leicht haben's unsere Einbrecher -
Wie sicher wohnen Sie?

  • Die Einbrüche haben heuer bereits um 24 Prozent zugenommen.

Alarm. Alle vier Minuten findet in Österreich ein Einbruch statt. NEWS testet, wie sicher die heimischen Wohnungstüren sind.

Es dauert gezählte zehn Sekunden. Dann ist die Wohnungstür in Wien-Meidling auch schon aufgebrochen. „Paradiesische Zustände für Einbrecher“, meint der Profi und deutet abschätzig auf das billige Zylinderschloss, das er kurzerhand zum Sicherheitsrisiko erklärt. „Man braucht sich nur etwas fester dagegenzulehnen, und die Tür springt fast von alleine auf. So-gar der unbegabteste Verbrecher kommt hier hinein. Das ist eine echte Einladung zum Eintreten.“

Der NEWS-Test. Wolfgang Solomka weiß, wovon er spricht: Der 36-Jährige ist ein wahrer Aufsperrprofi. Mehr als 20.000 Türen hat der gelernte Schlosser, der in Wien und Niederösterreich einen Aufsperrdienst (Tel. 0800/21 13 33) betreibt, bereits geknackt – freilich ohne einen Sachschaden zu hinterlassen. Gemeinsam mit ihm und dem renommierten Berufsdetektiv Werner Machacek gingen NEWS-Reporter auf „Beutetour“ – und verschafften sich Zutritt zu vier Wohnungen, deren Besitzer zuvor informiert worden waren. Der NEWS-Test zeigt deutlich auf, wie leicht es Einbruchsdieben in den meisten Fällen gemacht wird. In manchen Häusern fühlte sich das NEWS-Team buchstäblich wie beim „Tag der offenen Tür“.

Alle vier Minuten ein Einbruch. Anlass für die Story ist die explodierende Kriminalitätsstatistik. Im ersten Quartal 2004 ist die Zahl der Einbrüche österreichweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23,8 Prozent gestiegen, wobei Niederösterreich führend ist (plus 66,4 Prozent). Insgesamt wurden von Jänner bis März 32.673 Einbrüche bekannt. Das bedeutet: Alle vier Minuten schlägt hierzulande ein „Wohnungsmarder“ zu. Ein noch nie da gewesener Wert in der heimischen Kriminalgeschichte – dazu kommt die kontinuierlich sinkende Aufklärungsquote, die ebenfalls Negativrekord bedeutet.

Dass die Einbrecher, die in erster Linie organisiert aus dem Osten kommen, Hochsaison haben, zeigt allein die Anzeigenflut der vergangenen Tage:

  • In Graz drücken unbekannte Täter die Terrassentür zu einem Einfamilienhaus auf. Sie erbeuten Schmuck und Münzen im Wert von 11.000 Euro.

  • Gleich dreimal hat eine Bande innerhalb eines Monats in Wien-Neubau zugeschlagen – und das jedes Mal im selben Wohnblock. Die Einbrecher dürften mit einem Zentralschlüssel, den normalerweise nur Briefträger, Polizisten und Feuerwehrmänner besitzen, ins Haus gekommen sein.

  • Selbst Politiker werden heimgesucht: Über ein Bürofenster dringen Unbekannte in die Parteizentrale der SPÖ in St. Pölten ein, brechen alle Bürotüren auf und verschwinden mit dem Inhalt sämtlicher Handkassen.

    Was die Profis raten. Mitunter haben die Opfer an ihrer Malaise selbst Schuld – etwa, wenn die Türen nicht einbruchssicher sind. Aufsperrexperte Solomka und Sicherheitsprofi Machacek vertreten die These, „dass eine gute Tür 95 Prozent der Einbrecher abschreckt“. Wichtig sei ein ordentliches Hauptschloss, am besten ein Zylinderschloss mit Sicherheitsbeschlag. Zudem sollte ein Balkenschloss montiert werden. Die Kosten für diese Investition: zwischen 800 und 1.000 Euro. Bei einer zweiflügeligen Tür bedarf es noch eines Schubriegels.

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

    21.4.2004 16:09