Austria gegen GAK: Das Gipfeltreffen
- Exklusiv: Walter Schachner und Günter Kronsteiner im großen NEWS-Gespräch

Das Titelrennen in der heimischen Fußballmeisterschaft biegt in die Zielgerade und ist an Spannung nicht mehr zu überbieten. Wie jetzt die letzten Reserven mobilisiert werden. Worauf was es im Grande Finale ankommt. Wie die Betreuer die Stimmung zusätzlich anheizen.
Der Schauplatz war bewusst gewählt. Auf halbem Weg, am Semmering, der höchsten geografischen Erhebung zwischen Wien und Graz, trafen sich Austria-Sportmanager Günter Kronsteiner und GAK-Trainer Walter Schachner exklusiv für NEWS zum großen Fußballgipfel. Rechtzeitig vor dem direkten Duell der Titelanwärter in der nächsten Runde am Sonntag (ab 16 Uhr, live in ORF 1) im Wiener Horr-Stadion. Beide nutzten die Gelegenheit zur verbalen Aufwärmübung vor dem Hit und machten Stimmung für ihre Klubs.
Hochofen-Bomber. Der Titelkampf steht ganz im Zeichen der beiden, denn Schachner und Kronsteiner können auf eine gemeinsame Fußballvergangenheit verweisen. Früher einmal, es war Mitte der 70er Jahre, stürmten sie Seite an Seite in der zweiten Liga für Alpine Donawitz. Sozusagen im Schatten der Hochöfen: Schachner werkte als Betriebselektriker bei der Verstaatlichten, Kronsteiner war Magazineur in der Materialausgabe. Am Nachmittag streiften sie dann gemeinsam den Alpine-Dress über und ließen sich von Trainerlegende und Peitschenknaller Gerdi Springer über den Fußballplatz jagen.
Schachner erinnert sich gerne: Wir waren die gefürchtete Flügelzange. Der Günter rechts, ich links. Und in der Mitte haben wir beide den Untergrabner Franzi bedient. Obwohl wir in der zweiten Liga waren, haben wir ganz Österreich begeistert. Bis zu 10.000 Zuschauer kamen Woche für Woche zu den Spielen. Und Kronsteiner streut seinem Exteamkollegen Blumen: Der Walter war fußballerisch eine Klasse über mich zu stellen. Er war der Knipser und hat vor dem Tor Unwahrscheinliches gemacht. Er wurde damals völlig zu Recht als einziger Spieler aus der zweiten Liga ins Nationalteam berufen.
Titel als Pflicht. Das wars dann auch schon wieder mit den Nettigkeiten zwischen Schachner und Kronsteiner. Die Realität ist anders, nüchtern, denn viel zu viel steht auf dem Spiel. Schließlich darf aufgrund der schlechten Europacup-Performance der österreichischen Klubs in den letzten Jahren nur mehr der Meister in die Champions-League-Qualifikation. Und nur in der Eliteliga lässt sich das wirklich große Geld verdienen. Da ist der Druck für Kronsteiner und seine Wiener Veilchen ungleich größer. Mit einem Jahresbudget von 25 Millionen Euro hat die Austria dank Big Spender Frank Stronach gleich um ein Drittel mehr Cash in der Kriegskassa als die Roten Teufel aus Graz.
Schachner lässt es sich deshalb auch nicht nehmen, im NEWS-Talk am Semmering den Ball volley an Kronsteiner zu spielen: Wir beim GAK können und wollen Meister werden, aber wir müssen nicht. Da gehts dem Günter schon ganz anders als mir. Für ihn ist der Titel Pflicht, sonst kriegt er mit Sicherheit ein ganz großes Problem. Kronsteiner bleibt cool und kontert: Das ist doch kei-ne neue Situation für mich. Der Titel ist bei der Austria immer ein Muss, und deshalb kann ich mit dem Druck auch gut umgehen.
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PLUS: Schachner und Kronsteiner im NEWS-Interview über Titelträume, überbezahlte Kicker und Stronach.
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