Samstag, 24. April 2004

Hoffnung für die Weltwirtschaft: G7- Staaten rechnen mit Wachstum

  • Hohe Energiepreise aber Bedrohung für Wirtschaftslage
  • Spanier Rodrigo Rato soll neuer IWF-Chef werden

Die sieben führenden Industrienationen (G7) haben sich zuversichtlich über die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft geäußert. In ihrer Abschlusserklärung beurteilten die Finanzminister und Notenbankchefs der Länder die Aussichten für das weltweite Wachstum am Samstag als gut. Zugleich stellten sie fest, dass weitere wachstumsfördernde Reformen nötig seien.

In der Erklärung betonten die G7, dass die hohen Energiepreise weiterhin eine Bedrohung für die Wirtschaftslage darstellten. Die Minister und Notenbankchefs forderten die übrigen Gläubigerstaaten auf, ihrem Beispiel zu folgen und Afghanistan sowie dem Irak Schulden zu erlassen. Übermäßige Währungsschwankungen seien unerwünscht; Wechselkurse sollten die wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegeln.

Im Kreis der sieben führenden Industriestaaten herrscht Übereinstimmung darüber, dass der der Spanier Rodrigo Rato neuer Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden soll. Wie am Rande von Beratungen in Washington aus der deutschen Delegation verlautete, sprachen sich auch Japan und Kanada für den früheren spanischen Finanzminister aus.

Die Europäische Union und die USA sowie 15 lateinamerikanische Staaten hatten schon zuvor ihre Unterstützung für Rato bekundet. Damit scheint der Ernennung des Spaniers zum Nachfolger des früheren IWF-Chefs und Kandidaten für das deutsche Bundespräsidentenamt, Horst Köhler, praktisch nichts mehr im Wege zu stehen.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat beim Treffen der sieben führenden Industrienationen die offene Haltung der EZB-Geldpolitik bekräftigt. Die EZB habe keine Präferenz und halte sich alle Optionen offen, sagte Trichet. Die Arbeitshypothese der europäischen Notenbanker sei nach wie vor, dass sich die Wirtschaft der Euro-Zone schrittweise erhole.

24.4.2004 19:23