Freitag, 23. April 2004

Dank Gewinnen 2003: Postbus soll Bahnbus sanieren

  • 2,2 Millionen Euro Überschuß im letzten Jahr
  • Fusionierter Betrieb wird 4.400 Mitarbeiter haben

Die Österreichische Postbus AG wird ihren Gewinn von 2003 - den ersten seit sieben Jahren - nicht an den neuen Eigentümer ÖBB abliefern müssen. Wie der Finanzausschuss des Postbus- Aufsichtsrats Donnerstagabend beschlossen hat, werden die Bundesbahnen keine Dividende für das abgelaufene Jahr verlangen. Der Bahnbus soll bis Juni dieses Jahres in den Postbus fusioniert werden.

Die ÖBB, hieß es aus Aufsichtsratskreisen, würden dies als Ausgleich für die Belastungen betrachten, die durch die Integration des Bahnbus entstünden. Nach den endgültigen Zahlen, die kommende Woche dem Aufsichtsrat vorgelegt werden sollen, hat der Postbus 2003 einen Jahresüberschuss von 2,2 Mio. Euro eingefahren, nach noch 12,7 Mio. Euro Nettoverlust im Jahr davor. Der Bilanzgewinn ist durch die zusätzliche Auflösung von Rücklagen bei mehr als 4 Mio. Euro gelegen. Den Umsatz hat der Postbus kräftig um 9,5 Prozent auf 218,2 Mio. Euro gesteigert.

Wie es um den Bahnbus bestellt ist, ist laut Postbuskreisen nach wie vor unklar. ÖBB-Absatzchef Schmidt hatte bei der Übernahme des Postbusses für den Bahnbus 2003 eine schwarze Null prognostiziert. Detailzahlen gibt es aber keine. Teuer dürfte die Integration für den Postbus außerdem werden, weil die ÖBB angeblich einen Großteil der Bahnbus-Immobilien behalten wird. Insgesamt sollen nur zwei ÖBB- Immobilien in die neue Postbus/Bahnbus-Gesellschaft wandern.

Postbus-Chefin Goldmann hatte zuletzt außerdem zu bedenken gegeben, dass die Mitarbeiter des Bahnbus eine um 10 Prozent höhere Entlohnung erhalten würden als jene des Postbus. Im fusionierten Busbetrieb werden 2.700 Postbus-Mitarbeiter und 1.700 Bahnbus- Bedienstete arbeiten.

Unklar bleibt weiterhin, wer neben Goldmann das künftig mit Abstand größte Busunternehmen führen wird. Der Vertrag des bisherigen zweiten Postbus-Vorstands, Ott, ist bereits Anfang März ausgelaufen. Als aussichtsreichster Kandidat für den freien Postbus-Posten gilt nach wie vor Bernhard Krumpel, derzeit Kabinettschef von Verkehrsstaatssekretär Kukacka und zuvor stv. Kabinettschef von Innenminister Strasser.
(APA/red)

23.4.2004 11:29