Dienstag, 20. April 2004

Alitalia-Personal fordert Sanierungsplan und droht mit Blockade der Flughäfen

  • "Maßnahmenpaket der Regierung umsetzen"
  • Verlust der Fluglinie beträgt eine Million Euro pro Tag

Erzürnte Mitarbeiter der krisengeschüttelten Alitalia drohen mit der Blockade italienischer Flughäfen, sollte das Management nicht sofort einen einschneidenden Sanierungsplan zur Rettung der Fluggesellschaft vorlegen. "Es wird zum Chaos kommen, sollte die Regierung diese Woche keine Maßnahmen zur Unterstützung des italienischen Flugverkehrs ergreifen", warnte ein Sprecher der Gewerkschaften.

Das Alitalia-Personal drohte mit eklatanten Kampfmaßnahmen gegen den finanziellen Kollaps der Fluggesellschaft, die laut italienischen Medien eine Million Euro pro Tag verliert. Die Belegschaft will sich an ihren französischen Kollegen ein Beispiel nehmen, die vor zehn Jahren aus Protest gegen Stellenkürzungen bei Air France die Pariser Flughäfen Charles De Gaulle und Orly blockiert hatten.

"Die Lage ist äußerst gespannt", betonte der Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands im Land CGIL, Guglielmo Epifani. Er warnte, dass jeglicher Rettungsplan für Alitalia sinnlos wäre, wenn die Regierung das geplante Dekret mit Maßnahmen für den Flugverkehr nicht verabschieden wird. Ursprünglich war die Verabschiedung des Dekrets vergangene Woche geplant. Wegen Meinungsverschiedenheiten unter den Regierungsmitgliedern über den Inhalt des Dekrets musste die Billigung des Pakets verschoben werden.

Das Maßnahmenpaket der Regierung Berlusconi sieht unter anderem Steuerentlastungen für Treibstoff vor sowie soziale Unterstützungen für Angestellte der Fluggesellschaften, die ihren Job verlieren sollten. Außerdem sollen die Steuern auf Flugtickets gesenkt und die Abgaben, die die Fluggesellschaften der Luftfahrtbehörde Enav zahlen, gesenkt werden.
(APA/red)

20.4.2004 09:51