Tschechien will Weltmeister werden: Kampf gegen den "Fluch des Heimvorteils"
- Zuletzt konnte 1986 UdSSR als Gastgeber Titel holen
- Neben Tschechen auch Titelverteidiger Kanada Favorit

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Cheftrainer Pöck setzt auf sieben Team-Neulinge
18 Jahre ist es mittlerweile her, dass der Gastgeber einer Eishockey-WM zuletzt den Titel erringen konnte. 1986 holte die UdSSR-Auswahl in Moskau die Goldmedaille. Diesmal kämpfen die Tschechen gegen "Fluch des Heimvorteils". Bei der 68. WM in Prag und Ostrau will das tschechische Team ihre Vorherrschaft der jüngeren Vergangenheit wieder erlangen. Als größter Konkurrent gilt Titelverteidiger Kanada.
Nach einer enttäuschenden Saison mit seinem Wechsel von den Washington Capitals zu den New York Rangers will Jagr in der 17.000 Zuschauer fassenden Sazka-Arena mit dem WM-Titel zumindest einen versöhnlichen Ausklang. "Die WM in Prag ist etwas besonderes. Mich interessiert nur der Titel", erklärte der Star-Stürmer. Am Mittwoch erhielten die Tschechen noch Verstärkung aus der NHL, damit kann Coach Slavomir Lener auf die Rekord-Anzahl von 16 NHL-Profis zurückgreifen.
Kanada muss auf Shooting Star Nash verzichten
Kanada kommt mit vorerst 22 NHL-Spielern, darunter acht Weltmeistern. Trainer Joel Quenneville, bis zu seiner Entlassung Ende Februar Trainer der St. Louis Blues und von Reinhard Divis, muss allerdings auf den nominierten Rick Nash verzichten. Der Senkrechtstarter der heurigen NHL-Saison, der in seinem zweiten Jahr mit 41 Toren im Grunddurchgang die Torschützenliste anführte, sagte wegen einer Verletzung ab.
Mit Leuten wie Dany Heatley (Atlanta Thrashers), Daniel Briere (Buffalo Sabres), Ryan Smyth (Edmonton Oilers) oder Brendan Morrison (Vancouver Canucks) ist die Sturm-Reihe aber noch immer bestens besetzt. Jay Bouwmeester (Edmonton), bester Verteidiger des Vorjahres, und Veteran Scott Niedermayer vom entthronten Stanley Cup-Sieger New Jersey Devils führen die Defensive vor dem Torhüter-Duo Roberto Luongo (Florida Panthers) und Jean-Sebastien Giguere (Anaheim Mighty Ducks) an.
Schweden, Finnland und Slowakei mit starken Teams
Auch Vize-Weltmeister Schweden, Finnland und der WM-Dritte Slowakei sind gut bestückt. Die Slowakei, Weltmeister von 2002, erhielt etwa Verstärkung aus Ottawa, von wo sich Peter Bondra, Zdeno Chara und Marian Hossa nach dem Aus gegen Toronto auf den Weg nach Prag machten.
Sbornaja-Revival mit Trainer-Legende Tichonow?
Bei Russland hat der legendäre Sbornaja-Cheftrainer Wiktor Tichonow, der von 1977 bis 1991 die Sowjetunion zu acht WM-Gold geführt hat, wieder das Kommando übernommen. Mit Alexej Jaschin (NY Islanders), Ilja Kowaltschuk (Atlanta) und dem erst 19-jährigen Super-Talent Alexander Owetschkin, der im kommenden NHL-Draft wohl die Nummer eins sein wird, hat der mittlerweile 73-Jährige viel offensives Talent zur Verfügung, doch auch eine große Herausforderung vor sich. "Unsere Aufgabe ist sehr schwer. Ich weiß sehr wohl, dass bei unseren Fans jeder Platz außer der erste als Enttäuschung angesehen wird", sagt Tichonow. Davon gab es zuletzt genug. Seit elf Jahren ist Russland ohne WM-Titel, der Tiefpunkt wurde bei der Heim-WM 1999 in St. Petersburg mit Rang elf erreicht.
(apa/red)










