Das "Mega-UFO": WM-Arena in Prag zählt zu den modernsten Hallen Europas
- ÖEHV-Team spielt in 17.000 Zuschauer fassender Halle
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Österreich auf Rang 12
Die einen sprechen ehrfurchtsvoll von einem "Dom", andere nennen sie abwertend "Mega-UFO": Kaum ein Bauwerk entzweit die Tschechen so wie die neue Prager "Sazka-Arena". In nur 16 Monaten stampfte die private tschechische Lotto-Gesellschaft "Sazka" die 200 Millionen Euro teure Halle aus der Erde.
Die 17.000 Zuschauer fassende Halle, in der Österreich seine Gruppenspiele bestreitet, hat nicht nur Bewunderer. Der "Sazka"-Vorsitzende Ales Husak lässt Kritik aber nicht gelten, er hält die meisten Beschwerden schlicht für Neid. So lud der oft als arrogant beschriebene Funktionär, der vor 1989 Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes war, den tschechischen Ministerpräsidenten Vladimir Spidla Ende März für die Eröffnungsfeier der Halle kurzerhand aus. Zuvor hatte es die Regierung während der Bauzeit wegen angeblich undurchsichtiger Finanzierungen abgelehnt, dem privaten Investor eine Ausfallgarantie zu erteilen.
Prestige-Projekt als Prunkstück von Prag
Für "Sazka" ist die Arena ein Prestige-Projekt. Schon 2003 sollte Tschechien die WM austragen, der Verband musste das Turnier aber wegen fehlender Hallen für ein Jahr zurückgeben. Nun hat das Land zwei taugliche Orte. Im mährischen Ostrau, dem zweiten WM-Austragungsort, wurde für 22 Millionen Euro die 12.000 Zuschauer fassende "CEZ Arena" renoviert.
Prunkstück ist aber das Gebäude in Prag, in der unter anderem eine Drei-Kilometer-Getränkeleitung Durstigen dient: Ein Bier lässt sich damit in sechs Sekunden zapfen.
"Skyboxes" und Riesen-Bildschirme
Atemberaubend ist auch die 135 Meter breite, 1.500 Tonnen schwere und frei tragende Deckenkonstruktion mit vier würfelartig angeordneten Bildschirmen im Format sechs Mal vier Meter. Darunter entwarf Architekt Martin Vokaty (35) für exklusive Kunden 66 Logen ("Skyboxes") mit Küche und perfekter Aussicht - für 90.000 Euro Jahresmiete. Man spüre aber, dass eine Firma das Interieur entworfen habe, die sonst Spielcasinos in Las Vegas einrichte, kritisierte das Prager Magazin "Tyden": Die Arena wirke an vielen Stellen "steril".
In der Halle wird Slavia Prag künftig Spiele austragen, zudem will "Sazka" dort Konzerte veranstalten. Auch nach der WM würden Zuschauer unvergessliche Erlebnisse mit nach Hause nehmen, verspricht Husak.
Umgekehrt aber dürfen Besucher nur wenig in die Halle mitnehmen: Verboten sind unter anderem Schirme, Parfümflaschen, Fotoapparate sowie Getränke. Das sollten die Fans beherzigen, sonst geht es ihnen wie den Ehrengästen der Eröffnungsfeier: Ungerührt von Protesten, warfen Wachleute derlei Gegenstände kompromisslos in einen Container. (apa/red)










