19.4.2004 09:53

A-WM: Österreich ohne Druck aber mit großen Ambitionen nach Tschechien

  • Österreich als Gastgeber 2005 ohne Abstiegssorgen
  • Traumziel der Pöck-Schützlinge ist das Viertelfinale

Endlich kann Österreichs Eishockey-Team bei der A-WM einmal befreit aufspielen. Denn als Gastgeber der Titelkämpfe 2005 können die ÖEHV-Cracks nicht absteigen. Der Druck ist weg, die Ambitionen dafür umso größer. Gespickt mit NHL-Stars, Legionären aus Deutschland und Skandinavien haben sich die Spieler um Coach Pöck das Viertelfinale zum Ziel gesetzt. Doch ein schwerer Schlag schwächt das Team: Christoph Brandner fällt mit einer Handgelenks-Verletzung einen Monat aus, und kann daher bei der WM das rot-weiß-rote Team nicht verstärken.

Der Aufschwung des heimischen Eishockey, der sich in einer attraktiven Erste Bank Liga, Erfolgen im Nachwuchsbereich und dem Durchbruch von Divis, Brandner und Pöck in die NHL manifestiert, soll sich in Prag auch mit einem Platz unter den besten Acht international zeigen.

Gute Auslosung
Die Auslosung lässt vom Viertelfinale träumen. In der Vorrunden-Gruppe D treffen die Österreicher auf Aufsteiger Frankreich (Samstag, 12:15), Titelverteidiger Kanada (Sonntag, 20:15) und die Schweiz (Dienstag, 16:15/alle live TW1), im Falle des Aufstiegs in die Zwischenrunde würden wohl Gastgeber Tschechien, Deutschland und Lettland oder Kasachstan warten.

"Das ist die größte Hoffnung, das ist sicher eine gute Auslosung", sagt Pöck. Frankreich ist das entscheidende Match für den Sprung in die Zwischenrunde, die die besten drei Teams jeder Gruppe erreichen. "Bisher hatten wir das Schlüsselspiel immer in der dritten Partie, diesmal ist der High Noon gleich am Anfang. Von der Leistung her sollten wir Frankreich schlagen können, aber wir müssen mit äußerstem Respekt ins Spiel gehen", so Pöck, der auch mit einer Überraschung gegen die Schweiz spekuliert. "Die Schweiz bildet mit Deutschland und Lettland eine kleine Gruppe, die um Platz acht kämpft. Wir schnuppern hinzu", meint der Teamchef.

Zwei Siege in der Vorrunde angestrebt
Für das Viertelfinale sind wahrscheinlich drei Siege notwendig, auch für Verbandskapitän Giuseppe Mion im Bereich des Möglichen. "Die Spieler wittern ihre Chance, in der Vorrunde erstmals zwei Spiele zu gewinnen. Im ersten Spiel gegen Frankreich ist ein Sieg Pflicht, mit den Spielern aus Übersee sind wir auch in der Lage, die Schweiz zu fordern und zu schlagen. Der Abstiegskampf fällt heuer weg, daher ist es unser Ziel, der Schweiz ein Bein zu stellen. Dann ist es möglich, unser Traumziel Viertelfinale zu erreichen", erklärte Mion.

Nur mehr ein "Austro" mit dabei
Das heimische Team befindet sich allerdings mitten im Umbruch, der nicht zuletzt mit Blick auf die Heim-WM im nächsten Jahr eingeleitet wurde. Mit Mark Szücs ist nur noch ein Austro im erweiterten Kader, und nachdem schon im Vorjahr vier WM-Neulinge mit dabei waren, werden heuer weitere vier bis fünf ihr WM-Debüt geben. "Die große Unerfahrenheit ist sicher die Schwäche. Aber wir können nicht absteigen und müssen das Risiko nehmen, damit wir für die Heim-WM gerüstet sind. Wenn nicht jetzt, wann dann", betont Pöck, der vor allem die läuferischen Fähigkeiten und die Einsatzbereitschaft hervorhebt.

Zwei Spieler mit NHL-Erfahrung
Mit Viveiros, Herbert Hohenberger, Lanzinger und Doyle haben vier Mann abgesagt, die Pöck gerne dabei gehabt hätte. Dafür sind erstmals Spieler mit NHL-Erfahrung dabei. Torhüter Reinhard Divis hält bei 16 Spielen für die St. Louis Blues, Teamchef-Sohn Thomas Pöck hat sechs Spiele für die New York Rangers (zwei Tore, zwei Assists) in den Beinen.

"Sie sind noch weit weg von richtigen NHL-Spielern mit 500 Partien. Aber sie haben sehr viel für Österreich erreicht, die Medien interessieren sich jetzt im Übermaß. Und sicher ist, dass damit auch der Nimbus der Unbesiegbarkeit von NHL-Stars weg ist. Diese Generation hat den Respekt abgelegt", sagt Pöck. So gilt es, auch im zweiten Spiel gegen Titelverteidiger Kanada "gut und frech" zu spielen.

Das Minimalziel ist ein Platz in der Zwischenrunde, was das Recht bedeuten würde, eines von drei Olympia-Qualifikationsturnieren zu veranstalten. Mit Heimvorteil im Februar 2005 sollte dann ein Platz im Zwölfer-Feld von Turin geholt werden. Die direkte Qualifikation ist durch die Einführung eines neuen Modus nicht möglich. Die acht Fixplätze neben Veranstalter Italien werden nicht wie bisher nach WM-Platzierung, sondern nach der Weltrangliste vergeben, in der Österreich auf Rang zwölf liegt. (apa/red)

19.4.2004 09:53
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