Fette Beute: Jubilar ÖFB erhält von Jubilar UEFA rund fünf Millionen Euro
- Europa-Verband präsentiert Rekordeinnahmen
- UEFA will gemeinsam mit FIFA gegen G14 vorgehen
Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) darf sich im Jahr seines 100. Geburtstages über ein schönes Geschenk freuen. Das Exekutiv-Komitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bewilligte zum Auftakt ihrer Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens, jedem der 52 nationalen Verbänden eine Sonderzahlung von rund fünf Millionen Euro zu überweisen.
"Das ist super, wir freuen uns riesig. Die UEFA könnte jedes Jahr solche tollen Einnahmen verzeichnen", meinte ÖFB-Generalsekretär Wolfgang Gramann in einer ersten Reaktion. Der Überschuss zeige, dass der Fußball in Europa gesund ist und auch die kleinen Verbände wie der ÖFB davon profitieren. "Es herrscht Solidarität unter den Mitgliedern", sagte der Schwager von US-Legionär Andreas Herzog.
In Limassol präsentierte die UEFA ihren Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. In diesem verzeichnete sie Einnahmen von 1,37 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet rund 600 Mio. Euro). So viel hat die UEFA in ihrer ganzen Verbandsgeschichte überhaupt noch nie registriert. Gegenüber dem Vorjahr wurde eine Plus von ca. 140 Mio. Euro erzielt. Der Reingewinn 2004 liegt bei rund 90 Mio. Euro.
Gelder für die Nachwuchsarbeit
"Die UEFA macht Fortschritte auf einer Grundlage, die solider nicht sein könnte", kommentierte der schwedische UEFA-Präsident Lennart Johansson die Bilanz. Als Konsequenz der sprudelnden Gewinne bewilligte die Exekutive Sonderzahlungen, die gestaffelt in vier Jahresraten ausgezahlt werden sollen. Allerdings sind die Gelder projektbezogen und vor allem für die Nachwuchsarbeit bestimmt.
Die Zeit der fetten Jahre scheinen aber wohl auch für die UEFA vorbei. Für das kommende Geschäftsjahr prognostiziert der Kontinentalverband einen Einnahmerückgang auf rund 730 Mio. Euro, der Nettogewinn soll "nur" noch gut 30 Mio. Euro betragen.
Dies hat zwei Gründe: In der Champions League sind durch das in der kommenden Saison in Kraft tretende neue Format - die Zwischenrunde wird gestrichen - finanzielle Steigerungen zumindest in naher Zukunft nicht mehr möglich. Außerdem hat die UEFA nach eigener Darstellung den Reinerlös aus der bevorstehenden EM in Portugal mit knapp sieben Mio. Euro "sehr zurückhaltend" prognostiziert.
Gemeinsamer Kampf gegen die G14
Keinerlei Zurückhaltung hingegen will die UEFA im Streit mit den europäischen Großvereinen üben. Nachdem die so genannte G14 die FIFA bei der Schweizer Wettbewerbskommission angezeigt hat, beschloss die den Schulterschluss mit seiner Dachorganisation.
Eine Arbeitsgruppe soll ein gemeinsames Vorgehen von FIFA und UEFA festlegen und Gespräche mit den nationalen Ligen aufnehmen. Direkte Verhandlungen mit den 18 Vereinen der G14 lehnen UEFA und FIFA weiterhin kategorisch ab. (apa/red)
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