Dienstag, 20. April 2004

Zwei Monate vor der EM: Bestechungs-Skandal erschüttert Portugal

  • Liga-Präsident und 15 weitere Personen verhaftet

Valentim Loureiro, Präsident der portugiesischen Liga, ist am Dienstag den 20. Apirl verhaftet worden. Die Spitze eines Bestechungs-Skandals der das EURO-Land erschüttert. Loureiro soll Schiedsrichter bestochen haben.

Wie die Polizei mitteilte, wurden außerdem 15 weitere Verdächtige dingfest gemacht. Darunter waren der Präsident des Schiedsrichterkomitees, Pinto de Sousa, mehrere Referees und Vereinschefs.

"Goldener Pfiff"
Beamte durchsuchten die Zentrale des portugiesischen Verbandes (FPF) und 60 Wohnungen in mehreren Städten des Landes nach Beweismaterial. Die Polizeirazzia unter der Bezeichnung "Goldener Pfiff" war seit Wochen vorbereitet worden.

Die Festgenommenen standen im Verdacht, durch die Bestechung von Schiedsrichtern den Ausgang mehrerer Spiele manipuliert zu haben. Welche Spiele und welche Ligen davon betroffen waren, teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Im Mittelpunkt des Skandals schien der Drittligist FC Gondomar zu stehen. Liga-Chef Loureiro, ein ehemaliger Parlamentsabgeordneter, ist in der bei Porto gelegenen Kleinstadt Gondomar Bürgermeister.

"Dies alles ist für uns sehr unangenehm, erst recht kurz vor dem UEFA-Kongress auf Zypern", räumte FPF-Präsident Gilberto Madail ein. "Aber die Festnahmen sind für mich keine Überraschung. Man muss nur lesen, was die Zeitungen nach jedem Wochenende über die Darbietungen der Schiedsrichter schreiben."
(apa/red)

20.4.2004 16:09