Sonntag, 25. April 2004

Schiedsrichter im Kreuzfeuer der Kritik: Auch "Hicke" auf Schachners-Linie

  • "Verantwortliche sollen sich etwas einfallen lassen"
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In allen vier Spielen der 32. Runde standen am Samstag die Unparteiischen im Mittelpunkt der Kritik. Am lautesten wurde trotz des 1:0-Siegs in Kärnten Rapid-Coach Pepi Hickersberger: "Ich schließe mich der Meinung von Walter Schachner uneingeschränkt an". Der GAK-Trainer hatte zuletzt mit der Bemerkung "die Verantwortlichen sollen sich etwas einfallen lassen, damit das Ganze nicht wieder in eine bestimmte Richtung geht, die für den österreichischen Fußball nicht gut ist", für Aufregung gesorgt.

"Ich habe Österreichs Schiedsrichter unterschätzt. Vier Spielern drohte bei uns eine Gelb-Sperre, davon hat es zufällig drei erwischt", war der Rapid-Coach angesichts der Entscheidungen von Referee Gerald Lehner fassungslos. Sowohl Kapitän Steffen Hofmann ("Er macht nur ein Foul im Spiel, dafür sieht er Gelb"), als auch Roman Wallner (Handspiel im gegnerischen Strafraum) und Stefan Kulovits (Kritik) stehen damit im Derby gegen die Austria nicht zur Verfügung.

Rapid mit dem letzten Aufgebot ins Derby
Zudem fehlten bei den Hütteldorfern ohnehin schon Helge Payer, Ferdinand Feldhofer, Markus Hiden, Andreas Ivanschitz und Mario Prisc wegen Verletzungen, in Klagenfurt erwischte es schon in der Anfangsphase auch Mehdi Pashazadeh (Verdacht auf Muskelfasereinriss im Oberschenkel).

Damit geht es mit dem allerletzten Aufgebot ins Duell mit dem Erzfeind, da konnte sich Hickersberger nicht einmal über den Siegestreffer von Rene Wagner freuen. Für den FC Kärnten war das Gegentor knapp vor Schluss hingegen besonders bitter, schon sechs Punkte fehlen dem Schlusslicht auf den rettenden neunten Platz. "Das war sicher noch nicht der Abschied aus dem Oberhaus. Solange der Klassenerhalt rechnerisch möglich ist, werden wir alles probieren. Aber die Niederlage ist schon eine große Enttäuschung, da wir zuvor die Chancen auf den Sieg hatten", meinte Peter Pacult nach dem Rückschlag im Abstiegskampf.

Assion in Salzburg auf die Tribüne verbannt
In Salzburg war Schiedsrichter Thomas Steiner nach der 1:2-Heimniederlage der Violetten gegen den FC Superfund Pasching der erklärte Buhmann. Rot für Jürgen Pichorner und ein nicht geahndetes Handspiel im Paschinger Strafraum brachten die Emotionen zum Überkochen, Peter Assion wurde auf die Tribüne verwiesen.

"Das waren keine glücklichen Entscheidungen. Der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen", meinte der auf die Ränge "verbannte" Sportdirektor. Georg Zellhofer, der mit seiner Elf in der Liga heuer weiter ungeschlagen ist, war da nach dem Erfolg durch einen Doppelpack von Christian Mayrleb schon zufriedener: "Wichtig sind die drei Punkte und dass wir an Rapid dran bleiben. Unser Ziel ist der dritte Platz."

Rot auch bei Sturm - Admira
Auch Fritz Stuchlik sorgte mit einer Roten Karte beim Spiel Sturm - Admira für Aufregung. Tomasz Iwan musste wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz, für Gäste-Coach Raschid Rachimow war dies der Hauptgrund für die 0:2 Niederlage: "Das hat alles zerstört. Mit dem Ausschluss war das Spiel für uns verloren." Sturm-Trainer Michael Petrovic war erleichtert über die Rückkehr von Abwehrchef Franck Silvestre, der hinten für Ordnung sorgte und den zweiten Treffer per Kopf selbst erzielte: "Er ist unser wichtigster Mann. Wenn er dabei ist, dann haben auch die anderen Spieler mehr Selbstvertrauen."

Verbal-Duell zwischen Gregoritsch und einem Fan
Bei Bregenz gegen Mattersburg (3:2) musste sich Dietmar Drabek nach Spielende einiges anhören. Die Burgenländer gaben im Finish eine 2:1-Führung aus der Hand und gingen als Verlierer vom Platz, obwohl die Hausherren zuvor sogar einen Elfmeter vergeben hatten. Kapitän Didi Kühbauer musste beim Abgang von Obmann Martin Pucher zurückgehalten werden und Trainer Werner Gregoritsch geriet bei den Interviews ("Für uns ist es auswärts schwer, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen, weil wir wegen der vielen Auswärtsniederlagen Probleme in der Psyche haben") mit einem Fan der Vorarlberger verbal aneinander.

Auf der anderen Seite war der zweifache Torschütze Peter Hlinka erleichtert über die Wende zu Gunsten der Gastgeber: "Ich freue mich für die Zuschauer, dass wir das Spiel noch umgedreht haben."
(apa/red)

25.4.2004 11:27