Donnerstag, 22. April 2004

Heimspiel für Ferrari: Schumacher kommt als klarer Favorit nach Imola

  • San Marino ist seit fünf Jahren in Hand der "Schumis"
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Beeindruckende Triumphe, aber auch traurige und schmerzhafte Erinnerungen sind für Michael Schumacher mit dem Großen Preis von San Marino untrennbar verbunden. Vor zehn Jahren waren der dreifache Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna aus Brasilien und der Österreicher Roland Ratzenberger in Imola tödlich verunglückt. "Es war ein Schock für mich, für uns alle", erinnert sich der Ferrari-Pilot an eines der schwärzesten Rennwochenenden der Grand-Prix-Geschichte. Zum Tod seiner Mutter Elisabeth, die im Vorjahr wenige Stunden vor dem Start des WM-Laufes gestorben war, wollte sich Schumacher nicht äußern.

Sowohl an jenem 1. Mai 1994 wie auch am 20. April 2003 gewann Schumacher den Großen Preis von San Marino. "Ich habe diese Bilder noch vor Augen. Ich fuhr ja direkt hinter ihm", schilderte Michael Schumacher den Horrorcrash Sennas. "Ich kann mich über diesen Sieg überhaupt nicht freuen", hatte der damals für Benetton-Ford fahrende Schumacher erklärt, nachdem er von Sennas Tod erfahren hatte. Mit Trauerflor waren die Schumacher-Brüder im Vorjahr im Autodromo Enzo e Dino Ferrari angetreten. Die Brüder hatten sich entschieden zu fahren, weil sie wussten, dass dies im Sinne der Mutter gewesen wäre.

Ohne Leid konnte Michael Schumacher seine drei anderen Erfolge in der Ferrari-Hochburg feiern. Da zudem Ralf Schumacher 2001 im Williams-BMW auf dem ehemaligen Hochgeschwindigkeitskurs sein erster Grand-Prix-Sieg überhaupt glückte, beherrscht der Familien-Clan aus Kerpen das Renngeschehen in der Emilia Romagna seit fünf Jahren.

"Roter Schumi" in der Favoritenrolle
Ein Ende der Schumacher-Ära in Imola ist nicht in Sicht, wobei am Sonntag (14.00 Uhr) beim Jubiläums-Rennen der "rote Schumi" klarer Favorit ist. Nach seinen drei Saisonsiegen führt der Titelverteidiger die WM-Wertung mit dem Maximum von 30 Punkten vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (21) an, was die Ferrari-Dominanz eindrucksvoll belegt. "Traditionell waren wir in Imola sehr stark", wies Schumacher vor dem Europa-Auftakt und dem 25. Formel-1-Gastspiel in Imola selbstbewusst auf seine fünf Siege hin.

Für die Konkurrenten sind Schumacher und die Scuderia die ersten Sieganwärter. "Ich sehe Ferrari klar in der Favoritenrolle", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der nach dem bisher enttäuschenden Abschneiden der Weiß-Blauen auf eine Wende hofft. Ralf Schumacher helfen "die schönen Erinnerungen an 2001 bei unseren momentanen Problemen nicht weiter. In Imola sind noch keine Wunder von uns zu erwarten".

McLaren will aus der Krise
An ein Wunder angesichts der bisherigen Pleiten würde dagegen ein Sieg der Silberpfeile grenzen. "Unser Ziel ist, das Rennen zu Ende zu fahren, nachdem was in Bahrain passiert ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Beim Wüsten-GP waren beide McLaren-Mercedes liegen geblieben und Vize-Weltmeister Kimi Raikkönen sah in dieser Saison noch nie das Ziel. "Ferrari ist klarer Favorit. Alle anderen sind damit beschäftigt zu schauen, wie sie ihnen näher kommen können." (apa/red)

22.4.2004 15:01
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